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Verlegung in München: Wie hier an der Lindwurmstraße hat Gunter Demnig schon legal Stolpersteine in München eingesetzt – aber nur auf privatem Grund, etwa unter einem Erker.

München diskutiert

Stolpersteine: Das ist der Kompromiss-Vorschlag

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München - Die Stadtverwaltung hat ihren Kompromiss für den Stolperstein-Streit vorgelegt.

Das Kulturreferat der Landeshauptstadt hat seinen Kompromissvorschlag für das „Stolperstein“-Projekt vorgelegt. Referent Hans-Georg Küppers (SPD) will die Stolpersteine zur Erinnerung an NS-Opfer auf Gehsteigen in München zulassen. Allerdings soll der Künstler Gunter Demnig weit weniger Einfluss haben als in anderen Städten üblich. Heute diskutiert der Ältestenrat im Rathaus Küppers’ Vorschlag.

Wie berichtet, ringt man derzeit hinter verschlossenen Türen um eine Möglichkeit, Stolpersteine vielleicht doch zuzulassen. Die Messingplatten erinnern auf den Gehsteigen vor den ehemaligen Wohnhäusern an Menschen, die hier einst lebten und dann von den Nazis deportiert wurden. Vor zehn Jahren hatte der Stadtrat Stolpersteine verboten. OB Dieter Reiter (SPD) will eine erneute Entscheidung. Zu seiner persönlichen Meinung hat er sich nie öffentlich geäußert. Intern soll er aber zuletzt signalisiert haben, die Kritik am Kölner Künstler Gunter Demnig durchaus ernst zu nehmen.

Das Kulturreferat geht in seiner Vorlage explizit auf diese Kritik ein. Stolpersteine sollen erlaubt werden, aber nur unter sehr viel strikteren Voraussetzungen als in anderen Städten. So sollen eine Koordinierungsstelle und ein Beirat geschaffen werden. Eineinhalb Arbeitsplätze will das Kulturreferat eigens einrichten. Grundsätzlich soll gelten: „Ohne Zustimmung der Angehörigen wird nicht verlegt.“ In Konfliktfällen, ob es Stolpersteine geben soll oder nicht, soll der Beirat entscheiden. „Verbindlich“, wie es in der Vorlage von Küppers ausdrücklich heißt.

In die Kritik geraten war Demnig unter anderem, weil es in Einzelfällen Konflikte mit Angehörigen von Nazi-Opfern gegeben hatte. Die neue Koordinierungsstelle soll in solchen Fällen vermitteln. Komplett ausschließen will die Stadt, dass Demnig so genannte „Tätersprache“ verwendet, also die Nazis zitiert. In den umstrittenen Fällen hatte er zum Beispiel „Gewohnheitsverbrecherin“ auf Steine geschrieben. Demnig verteidigt diese Praxis.

Das Kulturreferat betont, dass die Erinnerungsform Stolpersteine für viele Angehörige eine große Bedeutung hat. Küppers verweist aber auch darauf, dass Demnig über das Urheberrecht für die Stolpersteine verfügt. Der Referent will jetzt versuchen, eine Vereinbarung zwischen dem Künstler und der Stadt München zu schaffen, mit der Demnig Befugnisse an die Stadt überträgt. Zunächst muss Küppers jetzt die Stadträte überzeugen. Das wird schwierig genug. Aber selbst wenn sich eine klare Mehrheit findet, ist völlig offen, ob Küppers’ Plan in die Tat umgesetzt wird. Im Gespräch mit unserer Zeitung hat Demnig zumindest dieser Tage betont, dass er sich einen Kompromiss mit der Stadt nicht so recht vorstellen kann.

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