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Ulrich Lobinger

Kommentar Straßensperrungen für Radfahrer

Beim Münchner Verkehr hapert‘s gewaltig

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München - Am Sonntag war der Mittlere Ring für Radler gesperrt. Eine gelungene Werbeaktion fürs Radfahren oder eine Schikane von Autofahrern? Die Bewertung ist müßig. Wichtiger wäre es, allgemein über den Verkehr in München zu reden.

München hat am Sonntag den Mittleren Ring einige Stunden für Radfahrer gesperrt. 15 000 Menschen strampelten auf Deutschlands Staumeile Nummer eins,während Autofahrer sich über Nebenstraßen zu ihrem Ziel quälten. Ob man dies als gelungene Werbeaktion fürs Radfahren wertet (muss man dafür überhaupt werben im Jahr 2016?) oder als Schikane von Autofahrern, ist müßig. Wichtiger wäre es, allgemein über den Verkehr in München zu reden. Hier hapert es gewaltig.

Stau auf Münchens Straßen gehört seit Jahren zum Normalzustand. Wer öffentlich unterwegs ist, muss sich täglich in überfüllte U-Bahnen oder S-Bahnen zwängen. Wenig besser ist die Situation auf den wenigen Radwegen, die häufig auf einer stark befahrenen Straße enden. Um den Verkehrsinfarkt abzuwenden, muss die Stadt endlich ihren Investitionsstau auflösen. Neue U-Bahn-Linien sind nötig, ebenso eine weitere Untertunnelung des Mittleren Rings. Das alles dauert lange und kostet viel Geld, ist aber alternativlos. München zehrt bereits viel zu lange von seiner Substanz. Die Auto-Lobby gegen die Radl-Lobby auszuspielen, bringt niemanden weiter. München muss in alle Verkehrsformen investieren – und dies so schnell wie möglich.

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