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Der geplante Busbetriebshof am Georg-Brauchle-Ring gilt als potenzieller Standort.

Mögliche Standorte bereits diskutiert

Wohnen über dem Trambahndepot? Darum könnte das ehrgeizige Projekt scheitern 

Auch in München könnten eines Tages Trambahndepots mit Wohnungen überbaut werden. Noch sind allerdings einige Hindernisse zu überwinden.

München - Not macht erfinderisch. In diesem Fall ist es die Platznot, die den Einfallsreichtum im Münchner Rathaus anstachelt. „Von Zürich lernen“, hatte die CSU im Jahr 2015 in einem Antrag gefordert. Der Blick fiel dabei auf das Projekt Kalkbreite: In der Schweizer Metropole hatte man sich dazu entschlossen, ein Trambahndepot mit Wohnungen zu überbauen, wie hier zu sehen ist. Ein Modell für München?

Die Stadtverwaltung zeigt sich aufgeschlossen. Die Überbauung von Infrastruktur und anderen ebenerdigen Nutzungen scheine „angesichts der sich weiter verknappenden bebaubaren Flächen in München durchaus verfolgenswert“, heißt es in einer Stadtratsvorlage des Planungsreferats. Dem folgt allerdings eine Einschränkung: Alle Fälle müssten einzeln geprüft werden, damit die eigentliche Nutzung des Geländes nicht beeinträchtigt wird. Der Teufel liegt also im Detail. Ein Blaupause für München könne das Züricher Projekt allerdings nicht sein. „Die Kalkbreite ist ein Kosmos für sich“, sagt MVG-Sprecher Matthias Korte. „Das Konzept ist in dieser Form nicht einfach auf unsere Betriebshöfe übertragbar.“

Potenzielle Standorte bereits diskutiert

Als mögliche Standorte kämen der Tram-Betriebshof in Steinhausen, der Betriebshof an der Ständlerstraße und der Busbetriebshof am Georg-Brauchle-Ring in Frage. In Steinhausen erkennt das Referat ein für München ungewöhnliches Problem: Die Fläche ist mit fast 70.000 Quadratmetern einfach zu groß. Sie entspreche etwa dem Zehnfachen der in Zürich vorhandenen Fläche. 

Und auch das MVG-Areal an der Ständlerstraße „erreicht eine Größenordnung, die ein eigenständiges neues Quartier darstellt“, wie es in der Vorlage heißt. Diese Größe erschwere die Planung, da ein solches Areal nicht von einem einzelnen Bauherren bebaut würde, sondern an unterschiedliche Akteure, von Genossenschaften über Baugruppen bis hin zu Bauträgern, vergeben würde.

Abschirmung gegen Elektrosmog?

Außerdem sind die bereits bestehenden Hallen ein Problem: In Zürich war das Depot auf die Erfordernisse des Konzepts hin geplant worden. Deshalb ist oberhalb der Gleisanlagen nur die Tragkonstruktion des Innenhofs, über den Oberleitungen befinden sich keine Wohnungen. In Steinhausen müsste man einerseits mit der Statik der bereits bestehenden Hallen und zum anderen mit dem baulichen Raster der vorhandenen Gleisanlagen zurechtkommen. Sollten oberhalb der Gleise Wohnungen eingerichtet werden, müssten diese gegen Elektrosmog abgeschirmt werden. Gleichzeitig werden die Trams in Steinhausen nicht nur abgestellt, sondern auch repariert – ein mitunter lautstarkes Unterfangen.

Nägel mit Köpfen sind bereits in Moosach gemacht worden. Beim Bau des neuen Busbetriebshofs am Georg-Brauchle-Ring werden als Randbebauung auch Wohnungen und Büros entstehen. MVG-Sprecher Korte weist außerdem daraufhin, dass es noch Potenzial beim konventionellen Wohnungsbau gebe. Hier sehen sich die Stadtwerke mit ihrem Programm zum Ausbau der Werkswohnungen als Vorreiter. „Aktuell stehen unseren Mitarbeitern rund 600 Werkswohnungen zur Verfügung“, sagt Korte. Bis 2022 sollen es gar 1100 sein. „Damit tragen die Stadtwerke zur Entlastung des angespannten Mietmarkts bei.“

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