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Die U6 im Norden der Stadt platzt aus allen Nähten.

Fahrgäste sind verärgert

U6 platzt aus allen Nähten: So will die MVG das Chaos lösen

Endlich Feierabend – doch für viele Münchner wird’s jetzt erst richtig stressig. Die U6 im Norden der Stadt platzt aus allen Nähten.

München - Pendler und Studenten der TU in Garching sind völlig genervt vom täglichen Quetschen und Drängeln. Die MVG kennt das Problem – doch kurzfristige Abhilfe kann sie nicht versprechen.

Fahrgäste klagen, dass die Züge zwischen Fröttmaning und Garching in der Hauptverkehrszeit nur im Zehn-Minuten-Tag fahren. „Noch reichen unsere Kapazitäten hier aus“, sagt MVG-Sprecher Matthias Korte. „Trotzdem kann es vorkommen, dass ein Zug rappelvoll ist.“ Etwa bei einer der Störungen, die in jüngster Zeit häufig auftreten. Und nicht nur in der U6 istes eng. Weitere Brennpunkte sind die U2 im Norden, die U5 am Ostbahnhof und die U3 im Südwesten.

Aktuell fehlen zwei Zuggarnituren

Die mittelfristige Gegenstrategie der MVG: mehr Züge und ein dichterer Takt. Auf der U6 zwischen Fröttmaning und Garching soll die Kapazität verdoppelt und der Fünf-Minuten-Takt erreicht werden. „Dafür fehlen aktuell zwei Zuggarnituren“, sagt Korte. Neue U-Bahn-Züge sind bestellt, doch bis zur Auslieferung werden wohl noch zwei Jahre vergehen. Danach soll auch der Takt auf der U3/U6 zwischen Münchner ­Freiheit und Implerstraße verkürzt werden: von zweieinhalb auf zwei Minuten.

Abhilfe schaffen sollen ausgerechnet die Pannen-Züge der Baureihe C2. Ende September hatte die MVG sämtliche Zuggarnituren dieser jüngsten Generation aus dem Verkehr ziehen müssen. Grund: elektrische Überschläge am Stromabnehmer. Die C2-Züge werden zur Entlastung auf der Linie U6 benutzt, deshalb war der Ausfall hier besonders stark zu spüren. Seit Mitte Dezember sind die C2-Züge wieder im Einsatz. „Uns steht also derzeit der komplette Fuhrpark zur Verfügung“, so Korte. Die Züge der ­C2-Baureihe ermöglichen einen engeren Takt und bieten mehr Passagieren Platz. Acht Prozent Fahrgäste mehr passen in die neuen Modelle.

Tramtangenten sollen Entspannung bringen

Zudem will die MVG mit Maßnahmen an der Oberfläche den Untergrund entlasten. Dabei geht es vor allem um den Ausbau von Querverbindungen. Die Tramtangenten im Norden und Westen sollen ebenso Entspannung bringen wie neue Expressbuslinien und Bus-Tangenten.

All diese Maßnahmen können lediglich das bestehende Schnellbahnnetz ergänzen. Der Schlüssel für eine echte Entlastung ist aber ein Ausbau des ­U-Bahn-Netzes. Dafür hat der Stadtrat in der vergangenen ­Woche mit dem Bekenntnisbeschluss für die U9 die Weichen gestellt.

So leiden die Fahrgäste

Ich fahre täglich mit der U6 von der Studentenstadt zu meiner Praktikumsstelle am Odeonsplatz. Hinzu ist es nahezu unmöglich, einen Sitzplatz zu ergattern, auf dem ­Rückweg vielleicht manchmal. Es ist schon viel los in der ­U-Bahn. Aber ich komme aus Regensburg, und die Busse sind dort zur Rushhour noch voller.

Carina Grünbauer (23), Studentin


Wir nehmen die U6 mehrmals die Woche, vermeiden aber tunlichst die Stoßzeiten. Wenn wir doch mal im Berufsverkehr U-Bahn fahren müssen, muss man sich da echt reinquetschen. Zumindest braucht man sich dann keine Sorgen zu machen, dass man umfällt. 

Brigitte (75) und Hermann Josef (77) Gruber, Rentner


Ich fahre täglich mit der U6, und es ist fast jedes Mal ein Horror. Oft kann man schon froh sein, wenn man überhaupt reinkommt. Ich weiß aber auch nicht, was man da besser ­machen kann – die ­Taktung ist schließlich in Ordnung, besonders in den Bereichen, in denen sowohl U3 und U6 fahren. Trotzdem kam es schon vor, dass die U-Bahn so voll war, dass ich nicht reingekommen bin. 

Sandra Weishaupt (54)


„Jedes Mal ein Horror“ - Sandra Weißhaupt graut es vor der U6.

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