+
Klar gekennzeichnet: Hier wird Radlern ein eigener Weg ausgewiesen.

Im Ranking rutscht unsere Stadt ab

Umfrage: Ist München wirklich so fahrradfreundlich, wie es tut?

Wie wohl und sicher fühlen sich Radler wirklich in München? Das wollte der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club wissen. In einer landesweiten Umfrage schneidet Bayerns Hauptstadt mittelmäßig ab.

München - Das westfälische Münster bleibt nach einer Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) die Nummer eins: Die Stadt ist unangefochten der Liebling der Radler. München hingegen stagniert und hängt im oberen Mittelfeld fest. Das ist das Ergebnis des sogenannten Fahrradklima-Tests.

Regelmäßig befragt der ­ADFC Radler in ganz Deutschland, wie fahrradfreundlich sie ihre Heimat empfinden. Nun liegen die aktuellen Ergebnisse vor. München schneidet nicht sonderlich gut ab. In der eigenen Größenklasse belegt die bayerische Landeshauptstadt mit einer durchschnittlichen Benotung (gemäß Schulnoten) von 3,8 Rang 13 unter 39 Städten. 2014 hatte sich München noch auf Rang zwölf befunden, 2012 auf Rang elf.

Kritik an Breite von Radwegen und Ampelschaltungen

Ausschlaggebend dafür waren die Antworten von 2147 Münchnern. Gefragt wurde unter anderem, wie intensiv Falschparker kontrolliert werden (4,8), wie breit die Radwege sind (4,7) oder wie fahrradfreundlich die Ampelschaltungen gestaltet sind (4,7). In diesen drei Kategorien schnitt München besonders schlecht in der Gunst seiner Bürger ab.

Mit der Note „gut“ bewerteten die Befragten die Zugangsmöglichkeiten zu öffentlichen Fahrrädern (2,4), die Tatsache, dass die Bürger allgemein besonders häufig das Fahrrad nutzen (2,7) und die Anzahl der Einbahnstraßen, die für Radler auch in der Gegenrichtung geöffnet sind (2,8).

120.000 Radfahrer befragt

Für das Ranking waren im Herbst 2016 bundesweit etwa 120.000 Radfahrer befragt worden. Neben den Spitzenreitern haben die Tester sogenannte Aufholer besonders hervorgehoben. Das sind Städte, die im Vergleich zum Jahr 2014 aus der Sicht der Radler die größten Verbesserungen erreichten. Zu diesen Aufholern zählen Bochum, Marburg, Pforzheim und Baunatal (Hessen).

Der ADFC ermittelte insgesamt zum siebten Mal, wie fahrradfreundlich deutsche Städte wirklich sind. Das Bundesverkehrsministerium förderte diese Umfrage mit 150.000 Euro..

Hier geht‘s lang: Solche Schilder sind oft hilfreich.

Das macht München gut

Besonders positiv ist den Münchnern ­aufgefallen, wie viel Werbung fürs ­Radeln gemacht wird, wie wenig Fahrräder gestohlen werden - und wie ­viele Miet-Radl es in der Stadt gibt.

Das macht München schlecht

Die befragten Bürger sagen: Es gibt oft Ärger zwischen Radlern und Autofahrern, man kommt als Pedalritter schlecht ins Zentrum - und es ist nicht leicht, das Radl in Bus und Bahn mitzunehmen.

Umfrage: Das sagen Münchner Radler

„Ich fahre jeden Tag ungefähr eine halbe Stunde mit dem Radl an der Isar zur Arbeit und zurück. Als gebürtiger Londoner kann ich sagen, dass der Fahrradverkehr hier in München tausendmal besser und sicherer ist. Es ist toll, dass es meist separate Fahrradwege gibt. Noch mehr davon wären aber nicht schlecht. Außerdem sollten die Autofahrer noch aufmerksamer sein.“
Benedikt Arora (45), Marketing-Experte, Glockenbach

„Auf einer Skala von eins bis zehn würde ich Münchens Fahrradfreundlichkeit bei neun einstufen. Ich gehöre zwar eher zur Autofraktion, fahre aber im Sommer gern mal mit dem Rad. Im Vergleich zu anderen Großstädten ist die Situation sehr gut. Man kommt schnell durch. In Köln gibt es zum Beispiel viele Kreuzungen - in München wird das durch Unterführungen sehr gut gelöst.“
Christoph Bönig (36), Selbstständiger aus der Isarvorstadt

„Ich bin ­immer mit dem Radl unterwegs - so ist man am schnellsten. ­Trotzdem finde ich, dass man die Fahrradfreundlichkeit hier noch ausbauen könnte. Es gibt eindeutig zu ­wenig Fahrradwege. Zudem sind die ­Straßen oft sehr eng. Ich wünsche mir auch mehr Respekt von Autofahrern.“

Ursula Werner (56), Familienmanagerin aus Obergiesing

Autorin: Hüseyin Ince

Lesen Sie hier, warum unsere Redakteurin Martina Lippl der Meinung ist, dass Radln in München nur bei Regen okay ist. Und eine fahrradbegeisterte Berlinerin hat aufgeschrieben, welche sieben Dinge wir tun müssen, um als Radler in einer Großstadt zu überleben. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ticker: So reagieren Münchner Promis auf das Wahlergebnis
Wie sehen die Ergebnisse in der Stadt München aus? Was sagen die Kandidaten und Parteien? Alle Infos, Ergebnisse und Stimmen gibt es hier im Live-Ticker.
Ticker: So reagieren Münchner Promis auf das Wahlergebnis
SPD will Zamperl-Tag im Freibad
Das Ende der Freibadsaison will die SPD im Stadtrat für einen Badespaß für Münchner Zamperl nutzen. In anderen Städten gibt es das bereits. 
SPD will Zamperl-Tag im Freibad
Nach der Bundestagswahl: Proteste gegen AfD auch in München
In vielen deutschen Städten haben am Sonntagabend Spontan-Demonstrationen gegen die AfD stattgefunden. So auch in München. 
Nach der Bundestagswahl: Proteste gegen AfD auch in München
Polizei durchforstet Rotlichtmilieu: Tänzerin geht zu weit 
Die Bekämpfung der Rotlichtkriminalität hat für die Polizei zur Wiesn-Zeit hohe Priorität: In der Nacht auf Samstag stießen die Beamten auf mehrere Damen, die Dienste …
Polizei durchforstet Rotlichtmilieu: Tänzerin geht zu weit 

Kommentare