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"Blood and Honour"

Ungarische Neonazis wollen nach München reisen

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München - Ungarische Neonazis planen für das Wochenende einen München-Besuch. Jetzt werden Stimmen laut, ihnen die Einreise zu verweigern.

Die ungarische Sektion des Neonazi-Netzwerks „Blood and Honour“ plant offenbar am kommenden Samstag einen Besuch in München. Die Grünen fordern, die Einreise zu verhindern. Die Neonazis wollen eine Tour durch Deutschland und Österreich machen und verschiedene zentrale Orte der NS-Vergangenheit besuchen. Das berichtet die Wiener Tageszeitung „Der Standard“.

So sollen neben Hitlers Geburtsstadt Braunau (Oberösterreich) in Deutschland unter anderem Landshut, Nürnberg und Berchtesgaden auf dem Plan stehen – und eben München. „Grundsätzlich ist uns dieses Vorhaben bekannt“, wird ein Sprecher der oberösterreichischen Polizei im „Standard“ zitiert. „Es dürfte eine kleine Personengruppe sein, aber wir nehmen das sehr ernst. Daher werden wir das Ganze genau mitverfolgen und beobachten.“ Man werde gegen die Rechten „beherzt eingreifen“, kündigte er an.

Im Münchner Kreisverwaltungsreferat (KVR) erfuhr man hingegen erst gestern vom möglichen unliebsamen Besuch aus Ungarn. „Uns ist bis jetzt noch gar nichts bekannt gewesen“, sagte ein KVR-Sprecher. „Wir haben jetzt Kontakt zu Polizei und Landesverfassungsschutz aufgenommen.“ Die Sicherheitsbehörden hätten die Situation im Auge. Nach Informationen des Antifaschistischen Informations- und Dokumentationsarchivs (AIDA) planen die Neonazis am Samstag, 15. August, nachmittags in München „historische Orte“ zu besuchen: den Odeonsplatz und den Königsplatz mit dem ehemaligen „Parteiviertel“ der NSDAP.

Laut AIDA nennen die Neonazis ihre Fahrt eine Reise „für Enthusiasten der Militärgeschichte“. Die Stadtrats-Grünen reagierten entsetzt auf das Bekanntwerden der Reisepläne. Am Samstag plant auch die rechte Partei „Der 3. Weg“ eine Kundgebung am Mira-Einkaufszentrum im Münchner Norden. „Dass es am Samstag zu einem Austausch zwischen deutschen und ungarischen Neonazis kommen wird, liegt auf der Hand“, sagte Grünen-Stadtrat Dominik Krause. Dem „Nazi-Tourismus“ nach München müsse Einhalt geboten werden. „Sofern noch nicht geschehen, muss das KVR dringlichst alle Möglichkeiten einer Einreiseverweigerung für die Mitglieder der hier in Deutschland verbotenen Organisation prüfen.“ Die selbe Forderung erhob auch der SPD-Landtagsabgeordnete Florian Ritter.

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