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Die Vorwürfe hatte Marko V. bestritten, trotzdem musste er in U-Haft. 

Vermeintliche Vergewaltigung

Unschuldig in Haft: Drei Horror-Jahre für Marko V.

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Zunächst schienen sie ein Herz und eine Seele. Dann war‘s vorbei - und Johanna beschuldigte ihn, sie vergewaltigt zu haben. Anschließend begannen für Marko V. drei schreckliche Jahre. 

München - Monatelang waren sie ein Herz und eine Seele und teilten eine gemeinsame Wohnung, doch die Liebe zwischen Marko V. (35) und seiner Freundin Johanna (Name geändert) hielt nicht über den Sommer 2015 hinaus an. Was dann folgte, begleitet den Koch bis heute. Denn die Frau bezichtigte ihn dann der Vergewaltigung – und zeigte ihn bei der Polizei an. Obwohl er die Tat vehement bestritt, saß Marko V. danach sechs Monate lang in Untersuchungshaft. Allerdings unschuldig, was sich aber erst ein Jahr später beim Prozess vor dem Amtsgericht herausstellte. Dort wurde Marko V. im August 2016 von allen Vorwürfen freigesprochen. Denn seine Ex-Freundin verstrickte sich in große Widersprüche, am Ende glaubte das Gericht dem Angeklagten. Und schickte ihn als freien Mann nach Hause.

Die Wunden aber bleiben. Denn gerade im Beruf und im Freundeskreis richten derartige Vorwürfe gewaltigen Schaden an. „Für meinen Mandanten war das eine existenzielle Situation“, sagt sein Rechtsanwalt Marc Wederhake. Schwer zu verstehen war für den Koch auch, wie ein Mann allein aufgrund von Vorwürfen, für die es keine Beweise gibt, ins Gefängnis muss – und sein bürgerliches Leben verliert. „Bei so einer Beweislage ist es nicht nachvollziehbar, dass er so lange in Untersuchungshaft sitzen musste“, sagt sein Verteidiger.

Dennoch ging die Misere für Marko V. noch weiter. Am Dienstag musste er vor dem Landgericht erscheinen. Dort stand die Berufungsverhandlung an. Denn die Staatsanwaltschaft wollte das erste Urteil nicht akzeptieren. Im Prozess ging es nun noch um sexuelle Nötigung, die Marko V. von seiner Ex-Freundin vorgeworfen wird. Sie hätte am Dienstag erneut aussagen müssen, meldete sich aber vor der Verhandlung kurzfristig krank. Marko V. bestritt die Anklage erneut. Am Ende zog Staatsanwältin Gerlach ihre Berufung zurück. Beweise für die angeklagten Taten gibt es bis heute nicht. Juristischen Frieden hat Marko V. aber erst seit Dienstag – drei Jahre nach der angeblichen Tat. 

A. Thieme

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