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Jetzt ist klar, um wieviel tiefer man auf den Wiesn für den Liter Bier in die Tasche greifen muss.

Auch die Wirte schäumen

Unverschämtheit? So teuer wird die Wiesn-Mass 2018 

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Die Wiesn-Mass wird 2018 wieder deutlich teurer werden. Die Erhöhung bringt selbst die Wirte zum Schäumen. Das steckt dahinter. 

Update: Am Mittwoch, 13. Juni 2018 wurden die offiziellen Getränkepreise veröffentlicht. In unserer Überblicks-Tabelle für 2018 finden Sie die aktuellen Bier-, Limo- und Wasserpreise von allen Zelten. 

München - Die Wiesn-Mass wird heuer richtig teuer. Das wissen die Münchner schon seit Wochen. Jetzt ist aber klar, um wieviel tiefer wir für den Liter Bier in die Tasche greifen müssen. Wie die tz aus Gastrokreisen erfuhr, werden die großen Wirte bis zu 11,50 Euro für die Wiesn-Mass verlangen. Zum Vergleich: 2017 lag der Höchstpreis noch bei 10,95. Hauptgrund für die rund fünfprozentige Steigerung seien die gewachsenen Sicherheitskosten auf dem Oktoberfest.

Wirte zahlen für Sicherheit drauf - deshalb wird Bier teurer

Zur Erinnerung: Für die Wiesn gelten seit 2016 verschärfte Bedingungen. Damals hatte die Stadt einen weiteren Zaun aufstellen lassen, das Gelände abgeriegelt. 2017 waren dann Taschen- und Rucksackkontrollen eingeführt worden. Dazu mussten Ordner angestellt werden – das forderte die Sicherheitsbehörde. Wer’s zahlen soll? Die Wirte. Denn als Grundregel gilt: Die Wiesn muss sich selbst tragen, Steuergelder sind tabu.

Vorschlag mit Bierpreisdeckel im Stadtrat gescheitert

Und dann noch das: 2017 hatte Wiesnchef Josef Schmid (48, CSU) eine Umsatzpacht für die Wiesnwirte eingeführt. Bisher hatten die nur eine Standgebühr gezahlt. Nun sollten sie 5,1 Prozent ihrer Einnahmen abführen – laut Wirten zwischen 50 und 100 Prozent mehr Abgaben an die Stadt als bisher. Damit die Bierbarone wiederum nicht ihre Mehrausgaben auf den Bierpreis umlegen, hatte Schmid einen Bierpreisdeckel vorgeschlagen. Die Masspreise sollten auf 10,95 Euro eingefroren werden. Für drei Jahre. Damit war der Wiesnchef allerdings im Stadtrat krachend gescheitert.

Heuer nun hob Schmid die Umsatzpacht an: auf 7,8 Prozent für die großen und auf 6,1 Prozent für die kleinen Zelte. Die zunächst verlangten 5,1 Prozent hatten auf Schätzungen der Stadt beruht, die heuer aber rund 5,2 Millionen Euro für Ordner und Zäune ausgeben wird müssen.

Wiesn-Wirte sind sauer

Diese Erhöhung brachte die Wirte zum Schäumen! Man hätte sich ja eine „moderate Preiserhöhung“ für 2018 vorstellen können. „Doch diese Möglichkeit ist nun aufgrund der Finanzplanung der Stadt ausgeschlossen“, teilten Wirtesprecher Peter Inselkammer und Stellvertreter Christian Schottenhamel mit. Man wolle sich dabei die Stadt nicht zum Vorbild nehmen, „denn sonst müsste man die Mass 2018 zu einem Preis von über 17 Euro anbieten“, schimpften die Wirte. Ganz so weit ist es mit einem Preis um 11,50 Euro nicht gekommen. Noch nicht. 

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