Ein umgeknickter Baum in Untergiesing.
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Ein umgeknickter Baum in Untergiesing.

Sogar der Tierpark musste schließen

München und Region von Hagel und Hochwasser verwüstet: „In 50 Jahren nicht erlebt“

  • Laura Felbinger
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Sturm, Hagel und heftige Regenschauer: Im Großraum München hat ein Unwetter am Donnerstag für starke Verwüstung gesorgt. Der Tierpark musste sogar einen Tag schließen.

  • Sturm, Hagel und heftige Regenschauer: Im Großraum München hat ein Unwetter am Donnerstag für starke Verwüstung gesorgt.
  • Der Tierpark musste sogar einen Tag schließen.
  • Die Feuerwehr war im Dauereinsatz. Eine gute Nachricht gibt es jedoch.

München - Im Tierpark Hellabrunn liegen umgestürzte Bäume kreuz und quer, nebenan betrauern Kleingärtner ihre vom Hagel verwüsteten Gärten – und die Münchner Feuerwehr muss einen Rentner aus dem Hochwasser retten. Von Donnerstagnachmittag bis in die Nacht hinein wütete ein Unwetter über Oberbayern, das teils heftige Verwüstung anrichtete. Nachmittags hatten sich zum einen über dem Oberland vermehrt Gewitterzellen entwickelt, zum anderen zogen auch vom Allgäu her kräftige Gewitter heran. Am meisten Niederschlag innerhalb von 24 Stunden bis Freitagfrüh, 8 Uhr, hat der Deutsche Wetterdienst in Murnau gemessen (siehe unten). München selbst hatte es mit zwei Gewittern zu tun: Eine erste, kräftige Zelle zog gegen 19 Uhr von Südwesten her über die südlichen Stadtteile hinweg. Etwa eine Stunde später näherte sich von Nordwesten ein weiteres Gewitter, das sich auf seinem Weg nach Südosten abschwächte.

Die starken Regenfälle haben auch Auswirkungen auf die Isar: Dort sind am Samstag innerhalb weniger Stunden zahlreiche Schlauchboote gekentert. Fahrer und auch Rettungskräfte waren in Lebensgefahr.

München: „Ein so schlimmes Unwetter habe ich seit 50 Jahren hier nicht erlebt“

„Ein so schlimmes Unwetter habe ich seit 50 Jahren hier nicht erlebt“, sagt ein Rentner in der Kleingartenanlage am Auer Mühlbach. Dort trat der Bach übers Ufer und überschwemmte die Anlage. Aus Angst, der Damm könne brechen, alarmierte der Rentner die Feuerwehr. Die Einsatzkräfte begleiteten den Mann durch das gut 40 Zentimeter hohe Wasser aus der Anlage. Dort mussten die Hobbygärtner auch einige Hagelschäden verkraften. „Mir hat es meinen Löwen vom Sockel gehauen und mein Pavillon wurde durchlöchert,“ berichtet Markus Pongratz (76).

Ein Löwe leidet: Markus Pongratz.

Laut Feuerwehr gab es am Donnerstag in München rund 50 Unwettereinsätze, teils auch wegen vollgelaufener Keller und überfluteter Straßen – verletzt wurde aber niemand.

Umland: Königsdorf (Bad Tölz), Murnau und Starnberg besonders hefig getroffen

Im Umland hat esKönigsdorf (Bad Tölz), Murnau und Starnberg besonders hefig getroffen. Ganze 23 Mal mussten die Ortsfeuerwehren von Königsdorf, Osterhofen und Schönrain ausrücken. „Innerhalb kurzer Zeit fiel so viel Hagel und Regen, dass es zu überfluteten Gebäuden, Straßen und Kellern kam“, teilt der Sprecher der Feuerwehren im Landkreis, Stefan Kießkalt, mit. In Murnau standen Straßen bis zu 50 Zentimeter unter Wasser, unzählige Keller liefen voll. Im Landkreis Starnberg waren Betroffen waren vor allem Söcking und Starnberg, aber auch Weßling betroffen. Ein Baum stürzte nahe der Starnberger Volkshochschule um.

Immerhin: Fürs Wochenende gibt es einen positiven Ausblick: Sonne und bis zu 28 Grad am Sonntag. (Laura Felbinger - tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. Erfahren Sie hier alles zum Hauptbahnhof München: Rezensionen, Gleise, Umbau.)

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