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Oktoberfest-Attentat 1980.

Protest gegen rechten Vortrag

"Wehrsportgruppe Hoffmann"-Gründer will in München auftreten

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München - Die Justiz ist bis heute überzeugt, dass Gundolf Köhler das Oktoberfest-Attentat 1980 verübt hat. Köhler war Anhänger der rechtsextremen "Wehrsportgruppe Hoffmann". Deren Gründer will am Samstag seine Sicht der Dinge in München präsentieren. Der OB ist entsetzt.

Der Gründer der rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann plant für Samstag einen Auftritt in München. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) nennt das „unerträglich“ und appelliert an den Vermieter zu überdenken, ob er einem verurteilten Rechtsextremen eine Bühne bieten wolle.

Bis zum Mittwochnachmittag war unklar, ob der Vortrag von Karl-Heinz Hoffmann in einer Ramersdorfer Gaststätte tatsächlich stattfinden kann. Unter anderem versuchen Mitglieder des Bezirksausschusses, Wirt und Verpächter davon zu überzeugen, Hoffmann seine Thesen zum Oktoberfest-Attentat 1980 nicht verbreiten zu lassen. Die Justiz geht bis heute davon aus, dass mit Gundolf Köhler ein Anhänger der von Hoffmann gegründeten "Wehrsportgruppe Hoffmann“ den Anschlag verübte. Es handele sich aber um die Tat eines Einzelnen.

Nun will Hoffmann seine eigene Sicht der Dinge präsentieren. "Es ist unerträglich, dass dieser bekennende Rechtsextremist und Gründer einer mittlerweile verbotenen terroristischen Vereinigung in München auftritt, um seine kruden Thesen zum Oktoberfestattentat wiederzugeben", erklärte OB Reiter am Mittwoch. Reiter forderte die Bundesanwaltschaft auf, ihr Ermittlungsverfahren wieder aufzunehmen. Seit Jahren fordern zum Beispiel die Landtags-Grünen, dass die Einzeltäterthese noch einmal auf den Prüfstand soll. "Eine lückenlose Aufklärung ist auch angesichts von verschwörungstheoretischen Auftritten wie denen von Karl-Heinz Hoffmann unumgänglich", erklärte Dieter Reiter.

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