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Rechtsanwalt Albert Cermak vertritt Physiker Ferdinand W. (l.), der bei dem Unfall verletzt wurde.

Physiker kämpft um Schadensersatz

Vor 15 Jahren von Rettungswagen gerammt: Physiker fordert Unsumme

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Der Auffahrunfall geschah bereits im Jahr 2003. Doch noch immer kämpft ein Physiker um eine angemessene Entschädigung für den Anfang des Leidensweges, der bis heute anhält.

München - Einmal kurz nicht aufgepasst und schon krachte es. Das galt sowohl für Ferdinand W. (42) als auch für den Fahrer eines Rettungswagens, der das Auto des Physikers 2003 von hinten rammte, während dieser sich im Stand kurz nach etwas gebückt hatte. 15 Jahre liegt der Auffahrunfall, den der Rettungswagen verursacht hatte, zurück, aber noch immer beschäftigt er die Gerichte. Denn Ferdinand W. verletzte sich schwer: „Ich hatte mir die Halswirbelsäule so schlimm verrenkt, dass ich drei Jahre später als geplant ins Berufsleben starten konnte.“

Damals schrieb W. gerade seine Doktorarbeit am Max-Planck-Institut. Aufgrund des Unfalls konnte er aber kaum noch sitzen und litt an starken Schmerzen, die bis heute anhalten. Vor dem Oberlandesgericht fordert der Physiker deshalb 600.000 Euro Schadensersatz und klagt sowohl gegen den Fahrer als auch gegen die Versicherung. Sie sollen nicht nur für seine jahrelangen Schmerzen aufkommen, sondern vor allem auch für das Gehalt, das der Physiker nach eigener Auffassung durch den Unfall nicht verdienen konnte.

Schwere Verletzung aufgrund des „Peitschenknall-Effekts“

„Auch nach 15 Jahren stehen meinem Mandanten noch Schadensersatzansprüche zu“, so Rechtsanwalt Albert Cermak, der Ferdinand W. vertritt. In der Verhandlung am Freitag sei erstmals geklärt worden, was sich damals zugetragen hatte: Ein Mercedes Sprinter, als Intensiv-Transport-Wagen im Einsatz, hatte Ferdinand W. in der Würmtalstraße gerammt. Dabei kam es zum sogenannten Peitschenknall-Effekt: „Der Kopf prallt gegen die Kopfstütze und wird von dieser wieder nach vorne gedrückt“, sagt Cermak. So sei die Halswirbelsäulen-Distorsion verursacht worden.

In erster Instanz war Ferdinand W. am Landgericht bereits mit seiner Klage gescheitert. Vieles war damals nicht bis ins Detail geprüft worden. „Im damaligen Stadium hätte die Klage nicht abgewiesen werden dürfen“, sagte auch Richter Robert Kriwanek nun in der Berufungsverhandlung und stellte ein medizinisches Gutachten in Aussicht. „Wir hoffen, dass dadurch ein positives Ergebnis für meinen Mandanten erreicht wird“, sagt Cermak, „und er für seinen langen Leidensweg zumindest finanziell angemessen entschädigt wird.“ 

Etwas kurioses ereignete sich kürzlich auf der A7 im Landkreis Schweinfurth, wo alle Warnungen vor Glatteis umsonst waren: Zwischen Polizei, Rettungsdienst und ADAC-Pannenhilfe hatte es ordentlich gekracht.

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Andreas Thieme

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