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600 Qudratmeter großes Graffiti am Hotel in Sendling.

Künstler wollen Fragen aufwerfen

Mega-Graffito in Sendling - Was soll das?

Das Tor nach Sendling leuchtet nun völlig bunt. Warum? Und was denken die Sendlinger über das Mega-Graffito? Wir klären auf.

Das neue Tor nach Sendling: So nennt Jan Heringa, General Manager von Leonardo Hotels, die knallige Häuserschlucht an der Hofmannstraße 2. Dort eröffnet bald Münchens erstes NYX-Hotel, das zu Leonardo gehört. Auf der Fassade des Gebäudes ist seit kurzem Münchens möglicherweise größtes Graffito zu sehen – auf über 600 Quadratmetern Fläche. Die einen finden’s toll, die anderen zu schrill – auf alle Fälle kann man diskutieren: Was soll das? Die beiden Künstler, die das Werk gesprüht haben, erklären es.

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Rafael Gerlach (40), auch bekannt als SatOne, und Daniel Man (49) sind international bekannte Graffiti-Sprayer. Sie verschönerten bereits öffentliche Flächen in Städten wie Sydney (Australien), Chennai (Indien), Sao Paolo (Brasilien) oder New York (USA). „Wir haben eine farbintensive Kollision mit der Gegend gesucht“, sagt Man. Das Kunstwerk vereinnahmt fast die komplette Fassade. „Hier in der Gegend verändert sich viel. Deshalb haben wir uns für dieses ab­strakte Kunstwerk entschieden, das sich je nach Distanz und Perspektive ebenfalls ändert“, sagt Gerlach. Wichtig war den Künstlern Irritation: „Unser Ziel war auch, die Leute dazu zu inspirieren, Fragen zu stellen, wie etwa: Was hatte der Künstler mit dem blauen Strich vor, der sich mit dem roten verbindet? Oder einfach: Was soll das?“

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Tatsächlich vereinahmt das Graffito Fußgänger und Autofahrer. Es vermittelt das Gefühl, etwas darin zu erkennen – ohne genau zu wissen, was. Die Folge, gestern beobachtet: Autofahrer halten an der roten Ampel, vertiefen sich ins Graffito – und merken erst mal gar nicht, wenn’s wieder grün wird. Sofort folgt ein Hupkonzert. Gerlach: „Jeder kann das Werk zerpflücken und beliebig wieder zusammensetzen. Wichtig war uns der Dialog zwischen Bild und Betrachter. Den Anspruch hat grundsätzlich jedes gute Kunstwerk.“

„Bisschen Farbe tut hier schon gut“

Hier in der Gegend sind überall Firmen, es ist wie in einem großen Industriegebiet – alles Grau in Grau. Da tut so eine farbig bunte Abwechslung richtig gut. Gerade die Hofmannstraße war an dieser Stelle bislang sehr langweilig. 

Omar Imad (21), Abiturient

„Die Optik passt“

Bis jetzt gab’s hier nur weiße und graue Fassaden. Weiß ist doch was für Krankenhäuser. Die Optik des Graffitos passt. Es fügt sich gut ein in die Gegend. Bunte Farben sind hier genau richtig. München kann mehr davon brauchen, gut dosiert natürlich. 

Mary Dorffmeister (35), Modelberaterin

„Wärme für graue Tage“

Ich wohne hier im Viertel und bin sehr froh, dass die jahrelangen Bauarbeiten endlich aufhören. Positiv überrascht war ich, dass dieses Graffito an der Hotelfassade entstanden ist. Sowas sollte man öfter sehen können. Finde es inspirierend. Gerade an grauen Tagen sorgen die vielen Farben für ein wenig Wärme.

Marlene Ruda (25), Bürokauffrau

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Sendling – mein Viertel“.

Hüseyin ­Ince

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