Münchner verzweifelt auf Wohnungssuche

Trotz Vollzeitstelle: Müllmann Max lebt im Obdachlosenheim

Max (53) sucht verzweifelt nach einer Wohnung in München. 

Obwohl Max Nothaft Vollzeit als Müllmann in München arbeitet, reicht sein Geld nicht für eine Wohnung aus. Er wohnt in einem Obdachenlosenheim. 

München - Wenn der Wecker von Max Nothaft (53) in der Früh um 3 Uhr läutet, dann macht er ihn schnell aus. Er will seine zwei Zimmergenossen im Obdachlosenasyl nicht wecken. Die haben keinen Job und gehen erst spät schlafen. Max Nothaft hingegen muss raus - er sorgt seit elf Jahren als Müllmann bei einem privaten Entsorger dafür, dass die Stadt sauber bleibt. Obdachlosenasyl? Richtig gelesen! Seit 1. November lebt Max Nothaft hier am Giesinger Berg - trotz fester Vollzeitstelle! Armes, reiches München… 

Arbeitsbeginn ist um 4.30 Uhr - und jeder Tag ist anstregend. Die Tonnen sind schwer und die Autofahrer hinter dem Müllwagen oft ungeduldig. Aber es ist nicht der Job, der Nothaft verzweifeln lässt, sondern dass er im teuren München keine bezahlbare Bleibe findet. Er verdient nicht viel bei seinem Vollzeit-Knochenjob: 1400 Euro brutto, netto 1050. Um Geld zu sparen, zog er nach einer gescheiterten Beziehung vor acht Jahren wieder zu seiner Mutter Karolina (85) nach Giesing. Doch vor ein paar Wochen stürzte seine Mama schwer und wurde zum Pflegefall. Jetzt lebt sie in einer Einrichtung in Osterhofen. Alleine konnte sich Nothaft die 1500 Euro Miete für die Wohnung nicht leisten. Der Mietvertrag wurde zum 31. Oktober beendet. 

Münchner verzweifelt an Wohnungssuche: Sohn leidet unter der Situation

Verzweifelt sucht Max Nothaft mit Hilfe seiner Ex-Lebensgefährtin, mit der er einen neunjährigen Sohn hat, seit Wochen nach einer Bleibe. Zusammen schrieben sie 150 Vermieter an - nur vier antworteten, obwohl Nothaft seine einwandfreie Schufa-Auskunft gleich mitschickte und freundliche, persönliche Anschreiben verfasste. Zwei Besichtigungstermine hat er bekommen. Seine Sachen sind größtenteils bei der Ex in deren Wohnung in der Messestadt eingelagert. Da die beiden seit Jahren getrennt sind, kann er dort nicht einziehen: „Wir verstehen uns gut, schon allein unserem Sohn zuliebe, aber getrennt ist getrennt“, sagt Max Nothaft. 

Besonders schlimm ist die Situation für den Sohn Constantin (9). „Constantin wacht nachts auf und träumt, dass sein Papa unter der Brücke schlafen muss“, sorgt sich der Müllmann. Bis zum Frühjahr war sein Sohn, der an Behinderungen leidet, am Wochenende regelmäßig bei ihm - das aber ist nun vorbei. Denn ins Obdachlosenasyl will und wird der Vater seinen Buben nicht mitnehmen. Bis 30. November ist Max Nothaft nun im Obdachlosenasyl am Giesinger Berg untergebracht. In einem Dreierzimmer, befristet bis Ende November. Wenn er bis Ende November immer noch keine Bleibe gefunden hat, muss er noch mal zum Wohnungsamt, um noch einen weiteren Monat im Obdachlosenasyl bleiben zu dürfen. Für das Zimmer zahlt er 420 Euro Unterbringungskosten pro Monat. 700 Euro Miete könnte er sich leisten: „Da muss man doch was finden, München braucht doch auch Müllmänner!“ 

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