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Das Autobahnnetz um München. Rot markiert die drei Autobahnen, die ein Ringschluss im Süden verbinden würde.

Krause feuert gegen Frank 

Zoff zwischen Grünen und CSU: Autobahn-Ringschluss wird Wahlkampfthema

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Der Ringschluss der Autobahn um München wird Thema im Wahlkampf. CSU-OB-Kandidatin Kristina Frank hatte die Idee bei der Aufstellungsversammlung am Mittwoch erneut aufs Tapet gebracht, „um die Menschen im Süden vom Verkehr zu entlasten“. Kritik kommt von den Münchner Grünen.

Der Ringschluss der Autobahnen im Süden der Landeshauptstadt wird eine Rolle im Münchner Kommunalwahlkampf spielen. CSU-OB-Kandidatin Kristina Frank hat am Mittwoch bei der Aufstellungsversammlung der CSU eine Lösung eingefordert. Es brauche sogar einen unterirdischen Anschluss, „um die Menschen im Süden vom Verkehr zu entlasten“. Bereits 2003 hatte die damalige Bundesregierung den Ringschluss in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen, allerdings mit dem Vorbehalt eines hohen ökologischen Risikos. Obwohl das Projekt bereits ein Jahr später wieder aus dem Plan gestrichen wurde, gab es 2006 eine Machbarkeitsstudie von Bund und Freistaat. Die Studie untersuchte ganze 95 Trassen, eine Ringautobahn müsste schließlich von der A 96 zur A 95 und weiter zum Kreuz München-Süd beziehungsweise zur A 995 bei Unterhaching führen. Am Ende blieben in der Studie elf Varianten übrig. Die Längen variieren zwischen 13 und 35 Kilometern. Die südlichste Strecke würde zwischen Gauting, Baierbrunn und Oberhaching verlaufen – und zwar in großen Teilen tatsächlich unterirdisch.

2009 gingen die Planer bei dieser Variante von Kosten in Höhe von bis zu 45 Millionen Euro pro Autobahnkilometer aus. Die Autobahndirektion Südbayern kam 2010 aufgrund des Abschlussberichts der Studie zu dem Fazit, der Autobahnring sei „grundsätzlich sinnvoll und realisierbar“. Die Direktion empfahl zwei der ursprünglichen untersuchten Streckenführungen. Beide würden das Autobahndreieck München-Süd-West mit unterschiedlichen Teilabschnitten der A 995 in Höhe Unterhaching beziehungsweise Taufkirchen verbinden, beide Varianten sehen die Untertunnelung der Ortschaft Krailling mit dem Würmtal vor. Je nach Streckenführung ist ferner ein Tunnel unter dem Isartal in Höhe Grünwald und Pullach oder etwas weiter nördlichvorgesehen. Die Kosten werden in beiden Fällen mit rund 1,2 Milliarden Euro angegeben.

Noch im Jahr 2010 stoppte der damalige Ministerpräsident Horst Seehofer das Projekt. Dass Kristina Frank es nun wieder aufs Tapet bringt, ärgert vor allem die Münchner Grünen. Vorsitzender Dominik Krause sagte: „Die OB-Kandidatin der CSU will eine Autobahn durch das Isartal bauen, eines der wichtigsten Naherholungsgebiete Münchens. Diese Forderung zeigt, dass sich an der Auto-fixierten Politik der CSU nichts geändert hat und die plötzlich entflammte Liebe vieler CSUler zum Fahrrad wohl doch nur dem Wahlkampf geschuldet ist.“ Statt Milliarden Euro in unwirksame und naturzerstörende Autobahnprojekte zu versenken, solle die CSU lieber in den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs investieren.

Frank sagte am Montag auf Anfrage: „Gerade der Münchner Süden braucht dringend eine verkehrliche Entlastung. Es kann nicht sein, dass Sendlinger und Giesinger unter dem fehlenden Ringschluss leiden müssen.“ Beim überregionalen Transitverkehr die Verkehrsmittel gegeneinander auszuspielen, zeige die vollumfängliche Ahnungslosigkeit der Grünen. Deren verkehrskonzeptionelles Know-how fange beim Tagträumen an und höre dort auch ganz schnell wieder auf. „Die von uns vorangetriebene Förderung des Radverkehrs und der Ausbau des ÖPNV in München haben überhaupt keine Auswirkungen auf den holländischen Italienurlauber oder den Geschäftsreisenden aus Österreich.“

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