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Bewährungsstrafe gegen Geständnis? Einen Deal lehnte Christian W. am Dienstag vor Gericht ab und sagte lange aus.

Es geht um rund 45.000 Euro

Gesetzeshüter mit dem Gesetz in Konflikt

Ein Polizist steht in München vor Gericht und muss sich wegen Betrugs und fünffacher Unterschlagung verantworten. Eigentlich hatte er früher ein Bilderbuchleben.

Als Polizist steht Christian W. (47) eigentlich für Recht und Ordnung. Ein Trennung im Jahr 2011 brachte sein Leben aber völlig aus dem Tritt. W. machte hohe Schulden und zahlte sie nicht zurück. Deshalb muss er sich seit Dienstag wegen fünffachen Betrugs und Unterschlagung vor Gericht verantworten. Insgesamt geht es um rund 45000 Euro.

Einst hatte Christian W. ein Bilderbuchleben. Als Polizeibeamter verdient er 3800 Euro. Mit seiner Lebensgefährtin bekam er ein Kind. Doch plötzlich trennte sie sich von ihm und nahm das Kind mit. Für den Polizisten begann eine große persönliche Krise.

„Ich habe mein eigenes Leben nicht mehr in den Griff bekommen“, sagt Christian W. Im Trennungsschmerz will er sich ablenken - und stürzt sich in eine kurze Ehe. Er zieht nach Berlin und mietet eine Wohnung an. Dabei hat seine Frau dort keine Arbeit, während er bei der Polizei in München Dienst tut.

Als er wieder nach München zieht, geht es weiter bergab

W. nimmt Kredite auf, angeblich um die Miete bezahlen zu können. Die zahlt er aber nach einigen Monaten nicht mehr und wurde gekündigt. Als W. wieder nach München zieht, geht es weiter bergab. Wieder mietet er eine Wohnung und zahlt nicht. Dabei hatte Gertrud Eder (62) ihm diese auf Empfehlung eines Polizisten vermietet - trotz W.s unvollständiger Selbstauskunft. „Er war total sympathisch, und ich dachte, der ist Polizeibeamter, dem kann man glauben“, schildert sie. Mehrfach gewährte sie Zahlungsaufschub. Als sich ausstehende Mieten von mehr als 7000 Euro auftürmen, lässt sie die Wohnung dann zwangsräumen. W. macht immer mehr Schulden. Und er zahlt seine Krankenversicherung nicht mehr. Also übernimmt diese auch die Kosten nicht, als er sich Ende 2012 für 27000 Euro das Gebiss richten lässt. Nach dem Eingriff taucht er ab. Die Praxis bleibt auf der Rechnung sitzen.

Laut Anklage betrog er auch im Dienst. Für die Polizeiinspektion 42 in Neuhausen soll er eine Kaffeemaschine gemietet und Pads an Kollegen verkauft haben. Mutmaßlich nahm er auch 1100 Euro aus der Kasse. W. aber beteuert: „Das war mein eigener Verdienst.“ Als er 2014 aufflog, wurde er suspendiert. Nun drohen fünf Jahre Haft. W. verspricht: „Ich werde meine Schulden bezahlen.

Jan Reichmann

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