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Trauriger Ortstermin: Andreas Groh (ADFC) und Sonja Haider (ÖDP) neben dem Ghostbike bei der Mahnwache für den elfjährigen Buben, der an der Kreuzung in der Isarvorstadt von einem LKW überfahren wurde.

Schnelles Handeln erwünscht

Radeln muss sicherer werden - Diese Schutzmaßnahmen fordern Politiker 

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  • Daniela Schmitt
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Nachdem ein elfjähriger Bub auf dem Fahrrad an einer Kreuzung in der Isarvorstadt von einem LKW überfahren wurde, fordern Politiker schnelle Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit für Radlfahrer. 

Jeden Tag rollen Tausende Brummis durch München. Wenn im Sommer die Erdarbeiten am Marienhof beginnen, wird es für Radfahrer und Fußgänger noch gefährlicher (siehe unten). Der Bub (11), der am Montag auf der Corneliusstraße von einem Laster überrollt wurde, ist in einem Jahr das zweite Kind, das in München tödlich verunglückte – weil ein Lkw-Fahrer es nicht gesehen hat. 

Grüne fordern Durchfahrverbot für LKW

Radfahren in der Stadt muss endlich sicherer werden! Darin sind sich alle Fraktionen im Rathaus einig. Elektronische Assistenzsysteme stoßen auf breite Zustimmung. Doch bislang ist der Einbau freiwillig. Erst 2024 sollen solche Systeme per EU-Verordnung Pflicht werden. Zu spät, kritisieren die Grünen. Sie fordern die Stadt in einem Dringlichkeitsantrag auf, für alle gefährlichen Kreuzungen ein Durchfahrverbot für Lkw ohne Abbiegeassistent zu verhängen. Maßnahmen, die allerdings „nicht von heute auf morgen umgesetzt werden können“, sagt Michael Reisch, Leiter der Verkehrsprävention bei der Polizei. Er appelliert erneut an alle Radfahrer, nur zu fahren, wenn Blickkontakt mit dem Fahrer stattgefunden hat. „Auch wenn der Radler Vorfahrt hat: Er ist der schwächere Verkehrsteilnehmer.“

ÖDP plädiert für Optimierung von Fahrbahnmarkierungen und Verkehrszeichen

Auch die ÖDP-Fraktion setzt auf schnelle Lösungen, zumal der verpflichtende Einbau von Abbiegeassistenten nur für neue Fahrzeuge gelten soll, betont Stadträtin Sonja Haider. Aus ihrer Sicht wären zurückversetzte Haltelinien für Autos an großen, befahrenen Kreuzungen „am schnellsten und am günstigsten“ zu realisieren. Die Radler würden vor den Autos im Sichtfeld der Fahrer halten. „Schulwege müssen so sicher sein, dass es keine Todesfallen gibt!“, so Haider. Entschärft werden könnten Gefahrenstellen auch durch rote Abmarkierungen der Radstreifen, meint die Radverkehrsbeauftragte der CSU, Sabine Bär. Ihre Amtskollegin Bettina Messinger (SPD) findet es wichtig, „alle Kreuzungen anzuschauen und sicher umzubauen“. Die Stadt mit Verkehrsspiegeln und Bike-Flash-Systemen „vollzustellen“ hält sie nicht für zielführend. Sämtliche Maßnahmen seien ohnehin Ersatzlösungen, bis die Abbiegeassistenten Pflicht würden. Andreas Groh vom ADFC München kritisiert, dass der Ausbau der sicheren Radverkehrsinfrastruktur dem Bedarf „massiv“ hinterherhinke. „Wir sind leider weit entfernt von der Vision Zero, also dem Ziel Null Verkehrstote“, so Groh. Der Radverkehr brauche mehr Platz.

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Zwölf Verkehrsunfälle haben sich in München 2018 im Zusammenhang mit dem toten Winkel ereignet (2017: 23). Der schrecklichste am 7. Mai 2018: Loreeley (9) wurde an einer Kreuzung in Milbertshofen von einem Lkw erfasst und getötet. Im August 2017 wurde die Schauspielerin Silvia Andersen in der Au von einem Lkw überrollt.

So viele Lastwagen rollen durch die Stadt

Die Innenstadt wird zur Lkw-Hochburg, wenn die Bahn dieses Jahr mit dem Aushub der Baugrube für die neue S-Bahn-Station am Marienhof beginnt. Dann werden sich bis zu 70 Lastwagen pro Tag durch die Innenstadt wälzen. Über die gesamte Bauzeit werden allein rund 75 000 Lkw-Fahrten über den Hauptbahnhof (Arnulfstraße – Bahnhofplatz – Bayerstraße – Paul-Heyse-Unterführung) abgewickelt. Am Marienhof ist als Hauptverkehrsweg die Verbindung Hofgraben – Maximilianstraße Richtung A 94 vorgesehen. Besonders brenzlig wird es in Nymphenburg: Die Margarethe-Danzi-Straße wird ab September bis Frühjahr 2020 zur Baustellenzufahrtsstraße.

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