Machen gemeinsame Sache: Scoo.me-Gründer Magnus Schmidt und Erika Graf, Werbeleiterin der S-Bahn.

Neues Angebot für der S-Bahn-Kunden

So cool kommt man künftig von der S-Bahn nach Hause

München - Von der S-Bahn Station nach Hause oder in die Arbeit ist es für manche noch ein ganzes Stück. Deswegen bietet die Bahn jetzt einen neuen Roller-Service an.

Raus der S-Bahn, rauf auf den Roller und zur Arbeit, in die Freizeit oder nach Hause düsen. Ab sofort ist das an der S-Bahnstation in Berg am Laim möglich. Dort haben der Münchner Roller-Sharing-Anbieter „scoo.me“ und die S-Bahn München am Donnerstag ihr neues Verkehrsangebot gestartet. Als attraktive und flexible Mobilitätsalternative zu Pkw, Fahrrad und „Schusters Rappen“.

Einer der Roller am S-Bahnhof "Berg am Laim". 

Für den neuen Service sind in Berg am Laim fünf Roller im S-Bahn-Look samt „scoo.me“-Logo stationiert. Sie tragen die Aufschrift „S5“ in Anlehnung an den Münchner Netzplan. „Das ist quasi unsere Roller-Linie“, so S-Bahn-Marketingleiterin Erika Graf lachend. Es soll den Vernetzungsgedanken widerspiegeln. Darum auch die Empfehlung auf der Bahn-App und der Aufstellplatz auf dem Bahn-Grund an der Baumkirchner Straße. „Es geht hier um Anschlussmobilität“, erklärt Graf. Die Bahn will an stark frequentierten Orten ein bequemes Umsteigeangebot zusätzlich zu Bus und Bahn anbieten. In Berg am Laim sei dies bislang nicht oder nur umständlich für die verschiedenen Gebiete außenrum vorhanden. Weshalb man die Roller ausnahmsweise regelmäßig hierher zurückbringen wird.

„Gerade Menschen, die in der Stadtperipherie leben und arbeiten, haben hier ein neues Fortbewegungserlebnis für die letzte Meile“, meint Magnus Schmidt, Geschäftsführer der „scoo mobility GmbH“. Und eine attraktive Alternative zum Pkw. Für die Kooperation mit der Bahn habe man sich in München verschiedene Standorte angeschaut und bei Bahnkunden abgefragt, berichtet Schmidt. In Berg am Laim gebe es wegen der starken Wohn- und Gewerbegebiete rundherum großen Bedarf. „Es gab viele Anfragen aus dem Gewerbegebiet am Moosfeld.“ Deshalb wird das Geschäftsgebiet nun extra in Richtung Trudering zum Moosfeld und zum Arabellapark in Bogenhausen ausgeweitet. Die Roller sind für München eigentlich nichts Neues. Das Startup-Unternehmen „scoo.me“ ist hier bereits seit Mai 2015 innerhalb des Mittleren Rings aktiv und inzwischen auch in Köln.

In beiden Städten sind derzeit jeweils 50 hochwertige Fahrzeuge der Marken Piaggio (Vespa) und Peugeot am Start. Innerhalb des Rings ist die Mietroller-Flotte nicht an feste Stationen gekoppelt, sondern kann flexibel überall ausgeliehen und abgestellt werden. Die Buchung erfolgt einfach mit der „scoo.me“-App. GPS-Signale ermöglichen, auf dem Handy den nächstliegenden Scooter zu orten. Rund 4000 Kunden hat der Roller-Vermieter in München zur Zeit. Zu 80 Prozent Männer zwischen 22 und 39 Jahren. „Unsere Hauptzielgruppe“, so Schmidt. Der Roller ist dabei kein reines Freizeit- und Spaßmittel, sondern hat großen Alltagsnutzen. „Wer geschäftsbedingt keine Zeit für Staus, Parkplatzprobleme oder fahrplangebundene Verkehrsmittel hat, verfügt hiermit über eine zeitgemäße und wirtschaftliche Alternative.“ Am Wochenende sei eine ganz andere Zielgruppe unterwegs, das könne man auch an den Abstellorten ablesen.

Die Motorroller stehen das ganze Jahr über zur Verfügung. Allein im Winter, bei schnee- und eisbedeckter Fahrbahn, werden sie aus dem Verkehr gezogen. Bei solchen Wetterverhältnissen wird die App gesperrt, dann sind die flotten Flitzer einfach nicht buchbar.

So funktioniert der Roller-to-go

Wer einen Roller buchen möchte, muss mindestens 18 Jahre sein, einen gültigen Führerschein im Scheckkartenformat (sonst per WhatsApp), ein Smartphone sowie ein deutsches Girokonto oder eine Kreditkarte besitzen. Die Anmeldung erfolgt über die App unter www.scoo.me. Dort gibt man seine persönlichen Daten ein und fotografiert seinen Original-Führerschein. Anmeldung und Führerscheinprüfung funktionieren in der Regel innerhalb weniger Minuten und direkt vor Ort. Danach kann man direkt losfahren. Später braucht man zum Login immer seine E-Mail-Adresse und sein persönliches Passwort. Die App dient zugleich als digitaler Schlüssel zum Start der Roller. Gibt man den PIN-Code ein, den man vor jeder Buchung erhält, öffnet sich das Helmfach unter dem Sitz und der Roller wird für den Start aktiviert. Der permanent mit dem Internet verbundene Roller kommuniziert mit Scoo.me. Damit kann man bei der Buchung auf seinem Smartphone auch nach dem nächstgelegenen Roller suchen. Man kann bis zu 15 Minuten im Voraus gratis reservieren. Beendet man die Nutzung, wird der Roller einfach an einem beliebigen zulässigen öffentlichen Standort innerhalb des Geschäftsgebietes (außerhalb kostet zusätzlich) abgestellt. Man verstaut den Helm und meldet sich in der App ab. Die Anmeldung bei scoo.me ist kostenfrei. Der Fahrtpreis beginnt bei 3,60 Euro für die erste halbe Stunde. Jede weitere Fahr- oder Parkminute wird zusätzlich mit 0,18 Euro bzw. 0,07 Euro berechnet. Allerdings nie mehr als 39 Euro pro Kalendertag, egal wie lange oder wie oft das Angebot genutzt wird. Die maximale Mietzeit beträgt 48 Stunden. Mit dem GT Premium Abonnement geht es noch billiger. Die Abrechnung erfolgt ebenfalls digital. Die Benzinkosten sind im Fahrtpreis enthalten, ebenso die Haftpflicht-Versicherung. In der Regel sind die Roller aufgetankt. Wer trotzdem nachfüllen muss, nutzt die Tankkarte im Roller und erhält dafür eine Gutschrift auf sein Kundenkonto. Alle Roller haben einen Sitz für zwei Personen und einen Helm.

Carmen Ick-Dietl

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