München vom Schnee kalt erwischt

München - Starke Schneefälle haben den Verkehr am Donnerstag in und um München zeitweise zum Erliegen gebracht. Besonders massiv waren die Behinderungen erneut bei der S-Bahn:

Neben zahlreichen Zügen fielen auch noch die Computer aus, mit denen in den Bahnhöfen die Durchsagen gesteuert werden.

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Gegen sechs Uhr traten die Server-Probleme in der S-Bahn-Betriebszentrale an der Donnersbergerbrücke auf. Von dort werden die Durchsagen an den meisten S-Bahnhöfen gesteuert. Bahn-Sprecher Franz Lindemair: „Es war nicht mehr möglich, über Verspätungen zu informieren.“ Für viele Passagiere völlig unverständlich blieb jedoch, warum die elektronischen Anzeigetafeln dies auch nicht mehr taten. Auf den Tafeln war nur allgemein von „witterungsbedingten Verspätungen und Ausfällen“ zu lesen. Lindemair erklärte auf Anfrage, dass diese Anlagen „nicht für ein derart großes Durcheinander im Fahrplan“ ausgelegt seien. Erst gegen 10 Uhr waren Durchsagen wieder möglich.

Doch derweil standen Berufstätige und Schüler mitunter zwei Stunden lang auf Bahnsteigen im Umland, ohne jegliche Information über die nächste Verbindung. Der Zorn darüber war vielerorts so groß, dass die Ursachen beinahe in den Hintergrund traten. Laut Bahn gab es „diverse Weichenstörungen im gesamten S-Bahnbereich“.

Bayern versinkt im Schnee

Bayern versinkt im Schnee

Auch auf der Straße bereiteten Schnee und Eis Probleme. Der spektakulärste Unfall in München ereignete sich gleich morgens um kurz nach 4 Uhr. Ein Sattelschlepper, der auf dem Mittleren Ring in Richtung Süden unterwegs war, kam in der Ausfahrt vom Effnertunnel ins Schleudern. Der Lastwagen stellte sich quer und blockierte die Einfahrt zum Richard-Strauss-Tunnel. Die Bergung dauerte dreieinhalb Stunden.

Insgesamt setzte der morgendliche Berufsverkehr laut Polizei schon verfrüht um 6.15 Uhr ein. Durch die Tunnel-Sperrung kam es bereits ab 7 Uhr zu einem Rückstau bis in den Petueltunnel. Doch auch in der Innenstadt stockte der Verkehr, genauso wie am Giesinger Berg stadteinwärts, wo es bis zur Humboldtstraße zäh voran ging. Von Mitternacht bis 10.30 Uhr wurden der Münchner Polizei 44 Verkehrsunfälle gemeldet, bei denen jedoch niemand ernsthaft verletzt wurde.

Laut Nina Lindinger vom Baureferat war der Winterdienst ab 2.30 Uhr im Einsatz. Zur Spitzenzeit waren etwa 500 Mitarbeiter mit rund 400 Fahrzeugen unterwegs. Es sei aber dennoch ein „normaler Wintertag“ gewesen, sagt Lindinger. „Bei einem richtigen Extremfall könnte der Winterdienst rund 1100 Mitarbeiter mobilisieren.“

Im Vergleich zur Deutschen Bahn kamen die Busse, Straßen- und U-Bahnen der MVG deutlich pünktlicher durch den Donnerstag. Hauptgrund für Verspätungen bei der Tram waren Weichenstörungen durch festgefahrenen Schnee. Besonders betroffen waren zeitweise die Linien 17 und 18 zwischen Maxmonument/Max-Weber-Platz und Effnerplatz, die Line 19 zwischen Willibaldplatz und Pasing sowie die Linien 20/21. Mitunter wurden Ersatzbusse eingesetzt.

Von Sven Rieber

Rubriklistenbild: © dpa

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