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Fahrkartenkauf: Möglicherweise müssen Studenten in München bald deutlich mehr zahlen.

Es könnte sogar das Aus drohen

Schock für Studenten: Wird das Semesterticket viel teurer?

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München - Beim Semesterticket droht offenbar eine saftige Preiserhöhung - bis zu 50 Prozent könnten es sein. Im schlimmsten Fall könnte das Ticket auch ganz abgeschafft werden.

Lebensqualität, Wirtschaftskraft, Zukunftsaussichten: In München sonnt man sich gerne auf Platz 1 in den Städte-Vergleichen. München als ideenloses Schlusslicht: gibt’s nicht. Gab es lange doch: Denn während überall in Deutschland Studenten mit attraktiven Semestertickets mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs waren, gab es ein solches Angebot in Bayerns Studenten-Hauptstadt einfach gar nicht. Bis zum Herbst 2013. Damals, endlich, begann ein Pilotprojekt.

Münchner Studenten sind abends, nachts und am Wochenende für einen „Solidarbeitrag“ von 62,50 Euro pro Semester kostenlos im MVV-Netz unterwegs. Freiwillig zubuchbar ist die „Isar Card Semester“. Für zusätzliche 157,60 Euro haben die Nachwuchs-Akademiker immer freie Fahrt. Doch im Herbst läuft das Pilotprojekt zum Semesterticket aus. Und dann droht eine Kostenexplosion. Derzeit laufen Verhandlungen zwischen den beteiligten Verkehrsunternehmen und OB Dieter Reiter (SPD). Dem Vernehmen nach haben die Unternehmen Deutsche Bahn, MVG und BOB eine Preiserhöhung um 50 Prozent gefordert.

"Unrealistisch und nicht von dieser Welt"

Doch die Forderung stößt allerorten auf Entsetzen. Der Geschäftsführer des Münchner Verkehrs-Verbunds (MVV), Alexander Freitag, sagte unserer Zeitung: „So wird es nicht gehen, das ist unrealistisch und nicht von dieser Welt.“ Freitag soll in einem Brief an den Münchner Oberbürgermeister Reiter einen Preissprung von 20 Prozent vorgeschlagen haben. Reiter zeigt sich ebenfalls gar nicht begeistert von Rufen nach einer Preisexplosion. „Das Semesterticket ist eine wichtige Errungenschaft im öffentlichen Nahverkehr“, sagte er. „Ich fordere den MVV und die Verkehrsunternehmen auf, sich nun zeitnah zu einigen und den Studenten einen abgestimmten und akzeptablen Preisvorschlag für das künftige Semesterticket zu machen.“

Als letzte Option ist offenbar sogar ein Ende des Semestertickets nicht ausgeschlossen. Eine MVV-Sprecherin sagte, es sei „erklärter Wille“ aller Beteiligten, auch in Zukunft ein Semesterticket anbieten zu können. Eine „angemessene Preisanpassung im marktverträglichen Rahmen wird es geben“, eine Erhöhung um 50 Prozent sei aus ihrer Sicht aber keine Option.

Deutsche Bahn und MVV wollen Lösung finden

Die Deutsche Bahn und die MVV teilten mit, es gehe nun darum, eine Lösung zu finden, mit der den Interessen aller Beteiligten Rechnung getragen wird. „Deshalb muss jetzt für die Fortführung ein fairer Ausgleich zwischen Studierenden, übrigen Fahrgästen und Steuerzahler gefunden werden.“ Das klingt nicht, als wolle man von der Forderung nach einem deutlichen Preissprung abrücken. Das Studentenwerk erklärt in einem offenen Brief, es sei offenbar beabsichtigt, einen „möglichst hohen Preis zu erzielen“.

„Einseitige Schuldzuweisungen“, entgegnen die Unternehmen, würden keinem weiterhelfen. Die Studierendenvertretungen der Universitäten etwa warnen schon vor einer „großen Pleite“. „Die Verkehrsunternehmen, allen voran die MVG, wollen mit dem Kopf durch die Wand“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. „Den Beteiligten“, warnen die Studenten, „läuft die Zeit davon.“ Und wie es scheint, geht es nicht nur darum, einen Kompromiss zu finden. Zunächst einmal muss an der Atmosphäre zwischen den Verhandlungspartnern gearbeitet werden.

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