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Die Schrannenhalle ist und bleibt ein heißes Thema.

So soll die neue Schrannenhalle aussehen

München - Ginge es nach Hans Hammer, würde er sein Konzept für die Schrannenhalle schon ab Sommer 2010 live vorführen: mehr Lebensmittelmarkt als früher, weniger Gastronomiegemisch, weniger Party.

Den Segen des Stadtrats hat der 38-jährige Eigentümer der Immobilie seit Mittwoch, als einziges Hindernis bleibt nun sein Kontrahent Günther Karl aus Niederbayern im Spiel. Spätestens im Sommer 2011, da ist sich Hammer sicher, kann er den Münchnern den künftigen Betrieb auf den 2700 Hallen-Quadratmetern vorstellen.

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Stadt gibt ihren Segen

In den beiden Kopfbauten ändert sich nichts: Der Pschorr hat einen Pachtvertrag bis 2015, die Mieter der Büros und Praxen im Gebäude auf der südlichen Seite wollen auch bleiben. Die vorläufige Aufteilung der Fläche dazwischen sieht folgende Nutzungen vor: Ein Delikatessenmarkt breitet sich auf 600 Quadratmetern aus. Hammer verhandelt mit drei Interessenten. „Wir wollen keine Hasenställe oder Trennwände aufstellen,“ betont der Unternehmer. „Die Halle soll in ihrer Länge und Größe erlebbar und transparent sein.“ Für den „Schrannenmarkt“ können sich zunächst Händler vom benachbarten Viktualienmarkt bewerben. Die Gebühren für die mindestens 15 Standln werden erschwinglich sein, verspricht Hammer.

Ein Forum mit Bühne ist in der Mitte geplant. Dort sind Konzerte möglich, Fußballübertragungen, „vielleicht auch regelmäßige Sendungen“. Definitiv nicht vorgesehen sind Veranstaltungen wie After- Wiesn- oder große Firmenpartys. Das gastronomische Angebot auf 500 Quadratmetern: ein „hochwertiges Steakhaus“ einerseits und ein „Life Style Lokal“ mit Show Cooking, Fusion Food. Ein Touristenmagnet werde die Ausstellung im Untergeschoss sein, schwärmt Hammer: Ein internationaler Betreiber soll die Münchner Stadtgeschichte – etwa die Sendlinger Mordweihnacht oder Lola Montez – darstellen, mit Wachsfiguren à la Madame Tussaud etwa, aber auch mit laufenden Bildern.

Eine weitere Attraktion, die „auch dem Viktualienmarkt neue Kundengruppen erschließen wird.“ Hans Hammer und sein Projektleiter Harald Ziller sind sicher, dass die neue Schrannenhalle ein Erfolg wird – zuvor allerdings müssten Eigentümer und Mieter zusammen noch „einen zweistelligen Millionenbetrag“ in das Objekt stecken. Und, nicht zu vergessen: Günther Karl auszahlen, wenn er das nur zuließe. Von den insgesamt rund 30 Millionen Euro Forderungen, die gegen den Eigentümer der Schrannenhalle bestehen, besitzt Karl ca. 1,8 Millionen. 27 Millionen liegen bei der Deutschen Bank, der Rest beim Architekten und bei der Hammer AG. Karl ist außerdem Mieter der Halle, sein Vertrag läuft bis März 2011.

Barbara Wimmer

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