München: So unterschiedlich erleben Münchner Zeit „zwischen den Jahren“
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Feinkosthändler und Gastronom Michael Käfer freut sich über den Trubel in seinen Läden.

Zwischen Stillstand und Umtausch-Welle 

Von Feinkost-König bis MVG-Fahrer: Wie verschieden Münchner die Zeit zwischen den Jahren erleben

  • Severin Heidrich
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Die „Zeit zwischen den Jahren“ erleben Menschen in München äußerst unterschiedlich. Viele genießen die „staade Zeit“. Andere in der Stadt haben gerade jetzt besonders viel zu tun.

  • Die „Zeit zwischen den Jahren“ erleben Menschen in München äußerst unterschiedlich.
  • Für die einen ist es die „staade Zeit“, andere haben gerade jetzt Stress
  • Zu denen, die derzeit eher im Stress sind, gehört auch der Feinkost-Händler und Gastronom Michael Käfer.     

München - Für die einen ist sie staad, für die anderen stressig: die Zeit „zwischen den Jahren“. Denn auf der einen Seite sind viele Händler jetzt damit beschäftigt, Geschenke umzutauschen und Gutscheine einzulösen. Bus- und Trambahnfahrer hingegen atmen auf: Sie kommen besser durch den Verkehr, weil viele noch im Urlaub sind.

In der U-Bahn dagegen (o.) ist es bis Silvester oft noch besinnlich.

„Der Dezember ist unser stärkster Monat“, sagt Feinkosthändler und Gastronom Michael Käfer (61). Kein Wunder, 19 Prozent des bundesweiten Einzelhandelsjahresumsatzes entfielen 2018 auf das Weihnachtsgeschäft. Und auch danach ist für Käfer kaum Zeit zum Verschnaufen. Denn nach den Feiertagen herrscht in seinen Läden und Restaurants Hochbetrieb. „Es ist dann zwar nicht mehr ganz so viel wie in der Vorweihnachtszeit“, sagt Käfer, „aber immer noch mehr als im restlichen Jahr.“

Feinkosthändler und Gastronom Michael Käfer freut sich über den Trubel in seinen Läden.

Doch es ist nicht alles umsatzträchtig in der Zeit nach Weihnachten. Viele Kunden wollen Geschenke, die ihnen nicht gefallen, umtauschen oder gar zurückgeben. Darauf stellt sich jetzt auch Frank Friedl (48) ein. Seit vier Jahren betreibt er den Laden „Casa 43 Concept“ an der Sendlinger Straße. „Nach dem Weihnachtsgeschäft ist erfahrungsgemäß noch immer einiges los“, sagt er. Heuer aber habe ja die Stadt die Sendlinger Straße zur Fußgängerzone umgebaut. Das Projekt versprach: weniger Stress für alle. Ob das auch für die Händler in der Fußgängerzone gilt? „Ich bin sehr gespannt, wie es in diesem Jahr wird“, sagt Friedl.

Philipp Krauß hat in der MVG-Leitstelle jetzt Ruhe.

Münchens Straßen sind ständig überfüllt – nicht so an den Tagen zwischen Weihnachten und Silvester: Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) rechnet mit zehn bis 15 Prozent weniger Verkehr. Ein Drittel der Deutschen verbringt laut einer Studie die Feiertage nicht am Wohnort, sondern entweder in einem anderen Land oder bei der Familie irgendwo in Deutschland. „Dann ist es meist recht ruhig“, sagt Philipp Krauß (23), der als Funkdisponent in der MVG-Leitstelle sitzt. Man müsse kaum Verspätungen koordinieren, keine Unfälle aufnehmen, „dann will meist keiner was von uns“, sagt Krauß und lacht. Damit komme der eine Kollege besser klar als der andere. „Ich sehe das als Geschenk“, sagt Krauß. „Die Vorweihnachtszeit ist schon arg stressig. Da tut so eine Schicht gut.“

Markus Prange wünscht sich mehr Kundschaft.

Markus Prange (33) hätte gegen mehr Kundschaft nichts einzuwenden. Der Inhaber des „Blue Sky Cafés“ hoch oben im Olympiaturm hat aktuell nicht sehr viel zu tun. „Es ist generell nicht so viel los im Winter. Klar, das hier ist ja ein Aussichtsturm“, sagt er. Und die Aussicht sei eben im Sommer besser – glauben zumindest die meisten. Kenner kämen aber sowieso wegen des jamaikanischen Kaffees, sagt Prange.

Derweil findet man dieser Tage selbst in Innenstadtlagen freie Parkplätze.


Lesen Sie auch: Am Hauptbahnhof in München wurde ein Polizist bei einem Messerangriff schwer verletzt. Zu Weihnachten meldet sich die Polizei München mit einem emotionalen Tweet.

Silvester-Regeln für Feuerwerk und Böller: Stadt München erklärt, was dieses Jahr erlaubt ist

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