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In Münchens Nordosten rücken die Bagger an.

Planungen für bis zu 18.000 Wohnungen

So plant die Stadt Münchens letztes großes Baugebiet

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München - Es tut sich was im Nordosten der Stadt! Auf einem 600 Hektar großen Gebiet sollen  bis zu 18.000 Wohnungen entstehen. Die tz stellt die konkreten Pläne vor.

Noch plätschern hier Bäche und bestellen Bauern ihre Felder: Im Nordosten Münchens soll das letzte große Baugebiet der Landeshauptstadt entstehen, in dem bis zu 36.000 Menschen leben sollen. Zwischen Riem, Daglfing, Denning und Johanneskirchen sowie der nordöstlichen Stadtgrenze bereitet das städtische Planungsreferat die Entwürfe für ein fast 600 Hektar großes Neubaugebiet vor. Zum Vergleich: Freiham zählt 350 Hektar. Nachdem der Stadtrat das Referat mit den Planungen beauftragt hatte, wurden in mehreren Workshops die Eckpfeiler der Planung festgezurrt und drei Planungsvarianten entworfen, die am 3. August den Bezirksausschüssen vorgestellt werden. Hier die ersten Details:

S-Bahn-Tunnel: Das Planungsreferat sieht den vom Stadtrat beschlossenen Tunnel für die S-Bahn zwischen Daglfing und Johanneskirchen als Grundvoraussetzung für den Bau des Wohngebietes an. Vorübergehend könnten provisorische Brücken die nach und nach entstehenden neuen Quartiere erschließen.

U-Bahn-Anschluss: Alle drei Varianten gehen von einer Verlängerung der U4 in das Neubaugebiet aus - die Linie endet jetzt am Arabellapark. Es würde auch ein neuer Halt außerhalb des Gebietes am Cosimabad entstehen und ein Umsteigehalt an der S-Bahn in Englschalking. Zwei der Planungsvarianten verlängern die U4 bis zur Messestadt Riem mit einem Zwischenhalt an der S-Bahnstation Riem. Außerdem sind in zwei von drei Varianten ein Bus bzw. eine Tram zur Feinerschließung vorgesehen.

Grünflächen: Das Planungsgebiet wird vom Hüllgraben durchflossen, der im Süden schon renaturiert wurde. Es gibt Planungen, die den Bach als Ostgrenze der Neubebauung ansehen, andere lassen auch Wohnungen östlich davon zu. Auf jeden Fall gilt die aufgelassene Bahnstrecke im Nordosten als Grenze der Bebauung, da hier ein überregionaler Grüngürtel liegt. Die Baugebiete könnten entweder in einer klaren Kante sich davon abgrenzen oder das Grün könnte mit Buchten in die Bebauung reichen. Eine andere Planung setzt die Bebauung von Johanneskirchen nach Osten fort. Auf jeden Fall ist ein eigener Badesee vorgesehen!

Nahe der Galopprennbahn sollen Wohnungen entstehen.

Was wird gebaut? Es soll sich um ein reines Wohngebiet mit hoher Gebäudedichte handeln. Für Einfamilien- oder Reihenhäuser ist da kein Platz. Es sind keine Gewerbeflächen geplant, allerdings könnte lärmfreies Gewerbe in den Erdgeschossen unterkommen, Einzelhandel für die Anwohner ist ohnehin eingeplant.

Die nächsten Schritte: Das Gelände gehört rund 500 Grundstückseigentümern. Sie wurden schon bislang in die Planung eingebunden. Nach der Information der anliegenden Bezirksausschüsse wird sich der Stadtrat im Herbst mit dem Konzept befassen und die weiteren Planungen einleiten. So müssen Bebauungspläne aufgestellt werden. Das Referat für Stadtplanung geht davon aus, dass die ersten Baumaßnahmen frühestens 2024 stattfinden könnten. Bis zum Einzug der letzten Bewohner könnten allerdings noch 30 Jahre vergehen.

Neue Heimat im Nordosten

Zwischen S8, ehemaliger Bahnlinie und S2 entsteht das neue Baugebiet mit großen Grünzügen, das mit der U4 erschlossen werden soll - entweder mit einer Endstation im Norden (Variante A) oder einer Haltestelle im Süden (Variante B) mit Anschluss an die S2 in Riem und zur U2 an der Messe. Die Siedlungen von Englschalking, Johanneskirchen und Daglfing werden nicht überplant. Die Zukunft der Rennbahnen ist offen.

Johannes Welte

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