Überraschende Wende? Bericht über erste GroKo-Gespräche 

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Kind in die Kita, Mutter in die Arbeit: Für viele ein täglicher Ablauf, mancher schummelt aber bei der Anmeldung.

Eltern machen falsche Angaben

Stadt will Kita-Betrügereien beenden

München - Kita-Plätze sind in München noch immer umkämpft. Um bessere Chancen auf einen Platz zu haben, machen manche Eltern falsche Angaben. Damit soll nun Schluss sein. 

Eigentlich ist es eine gerechte Sache: Wer in München für sein Kind einen Ganztagesplatz in einer Kindertagesstätte beantragt, hat bessere Karten, wenn beide Eltern ganztags arbeiten. Das Problem: Nicht wenige Eltern schwindelten bisher bei ihren Angaben. Ihr Kind bekam daraufhin die Vollzeit-Betreuung – während für andere Kinder tatsächlich berufstätiger Eltern kein Platz frei war. Die Stadt will dieses Schlupfloch nun schließen – mit einer Nachweispflicht der Eltern über ihre Arbeitszeiten.

Grundsätzlich sind die Chancen auf einen Platz in einer der 430 städtischen Kitas von verschiedenen Faktoren abhängig, erklärt Christina Warta vom städtischen Bildungsreferat. „Die Rangstufe und die Dringlichkeit, in die ein Kind im Rahmen der Platzvergabe eingereiht wird, hängen von den persönlichen Lebensumständen des Kindes und seiner Familie ab.“ Ein besonders wichtiges Kriterium dabei sei der Bedarf, der sich durch die Berufstätigkeit der Eltern ergebe.

In einer Satzung ist geregelt, dass Eltern ihre Arbeit bei der Anmeldung angeben müssen, wenn ihr Kita-Platz-Bedarf als dringlich eingestuft werden soll: Arbeitsstunden, Arbeitszeit, Arbeitstage, Wege- und Pausenzeiten. Bisher hat die Stadt dies nur stichprobenartig überprüft. Dabei wurden immer wieder Schwindler enttarnt: Es kam bereits zur Rücknahme von Zusagen wegen Falschangaben, sagt Warta. Nun wird der Riegel vorgeschoben: Eltern müssen Nachweise vorlegen – eine Bescheinigung des Arbeitgebers, eine Selbstauskunft von Selbstständigen und Freiberuflern. „Können diese Nachweise nicht erbracht werden, erlischt die Zusage“, so Warta.

Kita-Betrug zu vermeiden, liegt auch im Interesse des Sozialministeriums. „Je länger ein Kind betreut wird, umso mehr staatliche und kommunale Förderung wird gezahlt“, sagt Sprecher Philipp Späth. Wird ein Betreuungsplatz gebucht, aber nicht vollständig in Anspruch genommen, komme es zur Überförderung. „Dies gilt es auch im Sinne der Steuerzahler zu vermeiden.“ 

Wer in München einen Kita-Platz sucht, kann sich über das Online-System Kita-Finder der Stadt (www.muenchen.de/kita) anmelden.

Lesen Sie hier: Sieben wertvolle Tipps für die Kita-Platz-Suche in München - Wir helfen durch den Anmelde-Dschungel.

Andrea Stinglwagner

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