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Ein Kommen und Gehen: Thomas Böhle verlässt das Personal- und wechselt ins Kreisverwaltungsreferat.  

Ab Freitag Kreisverwaltungsreferent

Thomas Böhle: Das ist der neue Chef im KVR

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München - Von Freitag an leitet Thomas Böhle das Kreisverwaltungsreferat. Böhle findet die Zustände in den Bürgerbüros unzumutbar, will hart gegen Pegida vorgehen – und hat kein Problem mit Rollrasen auf Freischankflächen.

Thomas Böhle (SPD) ist keiner, der leicht aus der Ruhe zu bringen ist. Ein furchenreiches Gesicht zeugt von nächtelangen Tarifverhandlungen für die kommunalen Arbeitgeber. Auf kritische Fragen gibt Böhle mit tiefer Stimme bedächtig Antwort. Von heute an wird der 63-Jährige häufig mit solchen Fragen konfrontiert sein. Er übernimmt als neuer Kreisverwaltungsreferent eines der schwierigsten Ämter in der Stadtverwaltung.

Für seine Verhältnisse wirkt Böhle am Donnerstag fast schon hibbelig, als er über diese neue Aufgabe spricht. „Es wird Zeit, endlich loszulegen“, sagt er ungeduldig. Der Mann freut sich auf das, was kommt. Schon im Februar 2015 hatte sich die SPD darauf festgelegt, den bisherigen Personalreferenten zum neuen KVR-Boss zu machen. Er tritt in große Fußstapfen, Vorgänger Wilfried Blume-Beyerle (parteilos) war allseits geschätzt. Doch offenbar traute OB Dieter Reiter (SPD) ihm den Posten zu, der etwa durch die Ausländerpolitik und das Gaststättenrecht besonderes Streitpotenzial birgt – und mit den Bürgerbüros den Bereich verantwortet, in dem der normale Münchner am meisten mit der Stadtverwaltung zu tun hat.

Härteres Vorgehen gegen Pegida?

Hier sieht Böhle gleich eine seiner Hauptaufgaben. „Wir sind für die Bürger da“, sagt er. „Ich werde alles dafür tun, dass die Servicequalität stimmt.“ Die nächsten Wochen will er sich jedes einzelne Bürgerbüro persönlich ansehen. Schon jetzt sagt er: „Wir haben unzumutbare Wartezeiten.“

Der SPD war wichtig, einen zu finden, der für den liberalen Kurs Blume-Beyerles in der Ordnungspolitik steht. Wenig verwunderlich also, dass Böhle keinerlei Kritik am Vorgänger übt. Er selbst sagt, er sei „noch nicht im Detail drin“. Und doch lässt sich schon heraushören, wo der Mann Schwerpunkte setzen will – und wo sie sich ein wenig verschieben könnten.

Gegen Pegida etwa könnte Böhle (noch) härter vorgehen. Er betont, er stehe für eine „hohe Sensibilität bei Versammlungen an historisch belasteten Orten und an historisch belasteten Daten“. Böhle sagt, er wolle „dem Missbrauch des Versammlungsrechts entschieden entgegentreten“.

Lösungen "im Sinne des Wirts"

Im Umgang mit Gaststätten zeichnet sich ein offenerer Umgang ab. Böhle betont zwar, er plane nicht, etwa die Öffnungszeiten für Freischankflächen generell zu verlängern. Aber in vielen Fällen werde man sicher Lösungen „im Sinne des Wirts“ finden.

Seinen Job als Verhandlungsführer der Arbeitgeber übrigens will Böhle behalten. Er wird also weiterhin die ein oder andere Nacht mit Tarifverhandlungen verbringen. Blume-Beyerle, sagt Böhle mit der gewohnten Ernsthaftigkeit, habe seinen Job „einfach sehr gut gemacht, das ist so“. Eine konkrete KVR-Entscheidung kritisiert er dann aber doch noch. Dass eine Kneipe im Schlachthofviertel einen zur Europameisterschaft auf der Freischankfläche verlegten Rollrasen wieder entfernen musste, versteht er nicht. Er wohne da ums Eck, sagt Böhle. „Und was sich das KVR dabei gedacht hat, das würde mich auch mal interessieren.“ Heute morgen kann er sich selbst erkundigen – bei seinen eigenen neuen Mitarbeitern im Kreisverwaltungsreferat.

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