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Durfte nicht mitfahren und bekam zunächst keine Entschädigung: Michael G.

tz hakt nach

U-Bahn zu voll – MVG will Verspätungs-Garantie nicht einlösen

Die MVG wirbt, dass man eine Erstattung im Wert einer Single-Karte bekommt, wenn ein Zug mehr als 20 Minuten Verspätung hat. tz-Leser Michael G. wurde aber trotzdem eine Erstattung verwehrt.

München - Michael G., Projektmanager aus München, schildert seinen Fall: „Ich fahre jeden Tag mit der U3 zur Arbeit. Als der Zug wieder einmal 18 Minuten zu spät kam und deswegen viele Leute auf dem Bahnsteig standen, forderte der Zugführer dazu auf, nicht mehr einzusteigen, da die Bahn bereits überfüllt sei. Also nahm ich die nächste U-Bahn. Die hatte aber auch Verspätung, sodass ich schlussendlich 23 Minuten zu spät zur Arbeit kam. Nun wirbt die Münchner Verkehrsgesellschaft damit, dass man eine Erstattung im Wert einer Single-Karte bekommt, wenn ein Zug mehr als 20 Minuten Verspätung hat. Deswegen meldete ich meinen Fall und wollte die Erstattung. Ich bekam aber nur einen Brief, in dem stand, es gebe keine Erstattung, denn „ein verpasster Zug auf Grund eines überfüllten Fahrzeuges ist von der MVG-Garantie ausgeschlossen“. Ich finde das unlogisch und ungerecht.“

Als die tz sich an die Münchner Verkehrsgesellschaft wandte, wurde uns diese Haltung bestätigt. Die Garantie sei erstens freiwillig und zweitens umfasse sie nur Verspätungen, an denen die MVG auch schuld sei, beispielsweise durch technische Fehler. Man bekomme sein Geld also nicht zurück, wenn man nicht mehr einsteigen kann, weil der Zug einfach zu voll ist.

Michael G. freut sich über den „Sieg“

Uns fiel es schwer, dieser Argumentation zu folgen und wir führten ins Feld, dass der Zugführer das Hausrecht in seiner Bahn hat und sogar die Weiterfahrt verweigern kann, wenn der Zug überfüllt ist. Für den Fahrgast, der dann nicht mitfahren kann, sei das doch eindeutig eine Verspätung. Doch die MVG blieb bei ihrer Definition des Begriffs „Verspätung“.

So ganz wohl schien es den Oberen des MVG, nachdem sich das Team des Bürger­anwaltes eingeschaltet hatte, aber doch nicht gewesen zu sein. Der MVG überprüfte den Fall noch mal und überwies Michael G. dann doch den Erstattungsbetrag. Die Argumentation des MVG für diese Rolle rückwärts war, dass auch der zweite Zug, in den der tz-Leser umgestiegen war, Verspätung hatte. Wenn man diese beiden Zeiten addiert, kommt eine Verspätung von mehr als 20 Minuten zustande. Michael G. freut sich über den „Sieg“, aber er sieht nicht ein, wa­rum eine normale Überfüllung, für die kein technischer Fehler oder sonstiger Mangel verantwortlich ist, keine Verspätung sein soll.

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