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Überschwemmung in Münchner S-Bahnhof: Anwohner sauer – Besserung nicht in Sicht

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Von: Carmen Ick-Dietl

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S-Bahn-Kunden sind sauer: „Bei der Bahn läuft‘s“ haben sie verärgert aufs Plakat geschrieben.
S-Bahn-Kunden sind sauer: „Bei der Bahn läuft‘s“ haben sie verärgert aufs Plakat geschrieben. © Carmen Ick-Dietl

Der S-Bahnhof Daglfing ist immer öfter überschwemmt. Die Bahn kennt das Problem schon seit Jahren, handelt aber nur provisorisch.

München – Nach jedem Starkregen herrscht am S-Bahnhof Daglfing Land unter. Im einzigen Zugang zum Mittelbahnsteig steht dann teils wadenhoch das Wasser. Die Bahn kennt das Problem seit Jahren: Dreimal ist die Unterführung am Daglfinger Bahnhof allein in jüngster Zeit vollgelaufen.

S-Bahnhof Daglfing: Überschwemmung wegen undichtem Dach

„Letztes Jahr hat jemand Stege verlegt, jetzt lagen mal Steine da, über die man balancieren konnte“, erzählt Anwohnerin Brigitte Obermayer. Zuletzt rückte zweimal die Feuerwehr an, um das Wasser abzupumpen. Dazu musste die Polizei Fahrgäste davon abhalten, vom Bahnsteig auf die Gleise zu springen, um der braunen Brühe zu entgehen.

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Denn die Unterführung ist der einzige Zugang zum Mittelbahnsteig des Bahnhofs, der gerne als Abhol- und Umsteigepunkt für Reisende zum Flughafen genutzt wird. „Das Dach ist undicht“, erklärt Wolfgang Täger aus Daglfing. „Das Wasser läuft innen an der Scheibe zur westlichen Treppe.“ Die Entwässerung in der Unterführung scheint verstopft. Das Dach am Bahnsteig ist ebenfalls undicht.

München: Beschwerde wegen Überschwemmung an S-Bahnhof - DB handelt nur provisorisch

Vergangenes Jahr gab’s schon eine Beschwerde über die Zustände. Man habe Fachpersonal mit der Überprüfung der Mängelmeldung und Maßnahmen zur Behebung der Wasseransammlungen beauftragt, so die Antwort der Bahn damals. Die Situation habe sich danach nicht verbessert, sagt Täger. Auf Anfrage gibt die Bahn zu, dass das Problem seit Herbst 2019 bekannt ist. Anfang 2021 habe man Reinigungsarbeiten durchgeführt, erläutert ein Sprecher. Auch zuletzt „haben wir erneut an der Entwässerung gearbeitet, den Sickerschacht gereinigt und neuen Kies eingebracht“. Zudem prüfe man nun einen zusätzlichen Entwässerungsweg. „Im Zuge des viergleisigen Ausbaus zwischen Daglfing und Johanneskirchen ist eine komplette Erneuerung und ein barrierefreier Ausbau der Station vorgesehen“, so der Sprecher.

Doch das kann dauern: Die Termine für Baubeginn und Inbetriebnahme der Strecke und Bahnhöfe sind noch völlig offen. Das Ganze ist stark davon abhängig, welche Lösung beim viergleisigen Ausbau umgesetzt wird: Tunnel oder ebenerdige Variante. Als Bauzeit sind ebenerdig sechs, für den Tunnel zwölf Jahre angesetzt…

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