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Schulweghelfer? Rettungsschwimmer? Fahrdienst? Die Möglichkeiten für junge Geflüchtete bei der Stadt wachsen langsam, aber beharrlich.

Ehrenamtliche Arbeit

Große Übersicht: Hier können sich junge Flüchtlinge engagieren

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Wo und wie können sich junge Geflüchtete ehrenamtlich bei der Stadt engagieren? Wo können sie saisonale Aufgaben übernehmen? Die Stadt gibt einen Überblick über ihre Möglichkeiten.

Die Angelegenheit sorgte im Februar für Aufregung: Fünf junge Geflüchtete wollten sich ehrenamtlich als Schulweghelfer in München engagieren – doch die Stadt ließ das nicht zu. Die Jugendlichen besuchten die Berufsschule zur Berufsintegration an der Balanstraße. Angefragt hatte die benachbarte Grundschule, doch sie bekam vom Kreisverwaltungsreferat (KVR) einen negativen Bescheid. Die Rathaus-Grünen fragten nach. Nun erhielten sie von Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle (SPD) eine umfangreiche Antwort. Wie junge Geflüchtete bei der Stadt arbeiten können:

Allgemein gilt:
Für Geflüchtete gibt es keine allgemeingültige Regel, wann sie arbeiten dürfen. Es spielt etwa eine Rolle, ob das Asylverfahren noch läuft und wie hoch die Bleibeperspektive ist. Jeder Fall muss individuell geprüft werden. Beim Ehrenamt seien die notwendigen Voraussetzungen sehr unterschiedlich: Es können Volljährigkeit, ein Führungszeugnis, eine Beschäftigungserlaubnis oder bestimmte Kenntnisse eine Rolle spielen.

Als Schulweghelfer:
Junge Geflüchtete brauchen keine unbefristete Aufenthaltserlaubnis, aber eine ausländerrechtliche Beschäftigungserlaubnis. Es kommen nur Personen in Betracht, die im Stadtgebiet wohnen.

Maßnahmen, um Engagement zu ermöglichen:
Die Vermittlung benötigt laut städtischem Kreisverwaltungsreferat hauptamtliche Angestellte. Mögliche Maßnahme: das Einsetzen eines „Freiwilligen-Managers“ bei der Stadt.

Was tut die Verwaltung?

  • Sozialreferat: Viele Geflüchtete engagieren sich informell, etwa als Übersetzer oder Kinderbetreuer. Das Referat kooperiert mit den Freiwilligen-Agenturen, die eine Broschüre entwickeln. Zudem sind „Ehrenamts-Botschafter“ geplant.
  • KVR: Die Freiwillige Feuerwehr prüft Möglichkeiten, wie sich Geflüchtete engagieren können. Im aktiven Einsatz sei die Aufnahme wegen des hohen Anspruchs eingeschränkt.
  • Kulturreferat: Derzeit gibt es hier keine jungen Geflüchteten im Ehrenamt. Möglichkeiten hängen von der Bleibeperspektive und den Deutschkenntnissen ab.
  • Referat Arbeit & Wirtschaft: Umgesetzt wird das Arbeitsmarktprogramm „Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen“ (FIM). Es konnten 100 Stellen für externe FIM-Plätze gefunden werden: in der Volkshochschule, der Bedürftigen-Versorgung, der Seniorenbegleitung, dem Recycling. 50 weitere sind in Planung, etwa in der Grünflächenpflege.
  • Referat für Bildung und Sport: Es ist laut Referat vorstellbar, dass geflüchtete Schüler etwa als Dolmetscher oder in Sportvereinen ehrenamtlich arbeiten.
  • Referat Gesundheit & Umwelt: Es gibt etwa Möglichkeiten bei der Pflege alter Grabanlagen oder bei Fahrdiensten für Senioren.

Saisonale Aufgaben: 
Laut den Stadtwerken können Geflüchtete „selbstverständlich“ in den Freibädern arbeiten – als Rettungsschwimmer oder Kassenkräfte. Bedingung: ausreichendes Deutsch, Volljährigkeit, Absolvieren des Erste-Hilfe-Scheins und des Rettungsscheins in Silber.

Volkstheater bildet zwei anerkannte Flüchtlinge aus und beschäftigt drei junge anerkannte Flüchtlinge als Garderobenkräfte. Zudem bietet es Praktika an.

KammerspieleIm „Welcome Café“ engagieren sich junge Geflüchtete ehrenamtlich. Zudem würden die Kammerspiele gerne eine Bundesfreiwilligendienst-Stelle mit einem Geflüchteten besetzen.

Abfallwirtschaftsbetrieb: Der AWM beschäftigt ehrenamtliche Abfallberater und kann sich auch Geflüchtete dabei vorstellen.

Flughafen München: Hier gibt es keine Tätigkeiten, die sich für Geflüchtete eignen. 

München Ticket hat saisonale Aufgaben anzubieten.

Olympiapark: Die GmbH will junge Geflüchtete als Freiwillige bei der MASH-Veranstaltung einsetzen.

Münchenstift nimmt derzeit keine Geflüchteten als Ehrenamtliche.

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