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Nur einen Platzhalter gibt es bislang in den Plänen für den neuen Saal unweit des Ostbahnhofs.

Ausschreibung für Architektenwettbewerb

Wer plant den neuen Konzertsaal?

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München - Im Mai 2017 soll feststehen, wer den neuen Münchner Konzertsaal plant – Sechs prominente Architekturbüros sind gesetzt.

Eine weit ausstrahlende Architektur im Wortsinn kann es an diesem Standort nicht geben – wenn man ihn mit Filetgrundstücken wie der Museumsinsel und ihrem Kongresssaal vergleicht. Dennoch will der Freistaat Bayern beim neuen Münchner Konzertsaal im Werksviertel klotzen und renommierten Architekten überlassen, diese Sogwirkung zu erzielen. Derzeit läuft die Ausschreibung für den Architektenwettbewerb, sechs Teilnehmer sind bereits gesetzt, wie nun offiziell bekannt gegeben wurde.

Dabei handelt es sich durchwegs um Promi-Kanditaten – und im Grunde um die „üblichen Verdächtigen“ bei solchen Projekten. Mit dabei sind Gehry Partners aus Los Angeles, gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner aus Hamburg, Henning Larsen Architects (Kopenhagen/  München), das Baseler Architekturbüro Herzog & de Meuron (das  sich  im  Stadtbild unter  anderem mit der Allianz-Arena verwirklicht hat), Schultes Frank Architekten aus  Berlin  sowie Snøhetta aus Oslo.

25 bis 35 Büros will man aus den Bewerbern auswählen, der erste Preis ist mit 125 000 Euro dotiert – wobei, das zeigen derartige Vorhaben immer wieder, fraglich ist, ob die Planung auch 1:1 verwirklicht wird. Im Oktober soll die Teilnehmerliste stehen, bis März 2017 müssen dann die Modelle und Pläne abgegeben werden. Die entscheidende Preisgerichtssitzung ist am 17. und 18. Mai 2017. In der Jury tagen unter anderem Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und Stadtbaurätin Elisabeth Merk. Wie mehrfach berichtet, soll in der Nähe des Ostbahnhofs ein großer Konzertsaal mit rund 1800 und ein kleinerer mit 600 Plätzen entstehen. Darüber hinaus soll es Räume für die Münchner Musikhochschule geben.

Knackpunkt bei alledem dürfte die Akustikfrage sein. Aus dem Bayerischen Rundfunk, dem Hauptnutzer des künftigen Saals, ist zu hören, dass man sich mehr oder weniger auf den Star-Akustiker Yasuhisa Toyota festgelegt hat. Der Japaner hat mit der Suntory Hall in Tokio, übrigens seinem „Gesellenstück“, den mutmaßlich besten Saal der Welt geschaffen.

Der Staatsregierung ist an einem zügigen Planungsprozess gelegen – auch, damit vor der Landtagswahl das meiste festgeklopft werden kann. Dazu wurde ein Projektmanager installiert: Thomas Osterkamp war früher Referatsleiter im Kunstministerium. Jetzt ist er mit der Koordinierung gleich mehrerer Saal-Gremien betraut worden, darunter einem künstlerischen Beirat, dem Dirigent Mariss Jansons, Geigerin Anne-Sophie Mutter und Sänger Christian Gerhaher angehören.

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