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Was hilft gegen die Unsicherheit? Die Stadt will verstärkt auf Prävention setzen. 

„Nein heißt Nein“

Sexuelle Gewalt: München will, dass sich Frauen nachts sicher fühlen

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Die Dunkelziffer, wie viel sexuelle Gewalt tatsächlich passiert, ist vermutlich hoch. Nun baut die Stadt die Prävention und die Hilfsangebote aus – und startet eine Kampagne fürs Nachtleben: „Nein heißt Nein“.

München - Sexuelle Gewalt bleibt ein Problem – auch in München. Etwa jede dritte Frau in Deutschland hat seit dem Teenager-Alter schon körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren. Und dieses Thema sei nicht erst seit den Übergriffen in der Kölner Silvesternacht 2015/16 virulent, schreibt Sozialreferentin Dorothee Schiwy (SPD) in der Vorlage, die der Sozialausschuss am Donnerstag beschloss. Seit Jahren investiert die Stadt in Maßnahmen, um Gewalt zu verhindern und Opfern zu helfen. Nun legt sie nochmals ordentlich nach.

„Nein heißt Nein“ - Kampagne

Kurz nach Silvester in Köln hatte die Grünen-Fraktion 2016 in fünf Anträgen gefordert, die Präventionsarbeit, Opferschutz und Frauenhäuser auszubauen und eine Kampagne fürs Nachtleben zu starten. Nun hat Schiwy dargestellt, welche Angebote es gibt und wie diese verstärkt werden können. 

Zwar gab es 2016 auf der Feiermeile zwischen Maximiliansplatz und Müllerstraße nur drei Anzeigen wegen Sexualdelikten zwischen 22 und 7 Uhr. Doch weil viele Belästigungen und Übergriffe aus Scheu nicht angezeigt würden, geht Schiwy von einer hohen Dunkelziffer aus. Sie verweist darauf, dass das Sexualstrafrecht verschärft worden sei und Delikte konsequent angezeigt werden sollten. Die Kampagne „Nein heißt Nein“ soll für sexistisches Verhalten sowie für Diskriminierungen von Homo- und von Transsexuellen sensibilisieren. Club-Türsteher etwa sollen geschult werden, um eingreifen zu können. Die Kampagne läuft vorerst vier Jahre, Kosten: 120.000 Euro.

Umfrage von 2016: Fast jede zweite Frau fühlt sich nachts in Bussen und Bahnen unsicher

In der Stadtratssitzung am Donnerstag kam auch das Thema subjektives Sicherheitsgefühl zur Sprache. Die Bürgerbefragung 2016 ergab, dass sich fast jede zweite Frau nachts in Bussen und Bahnen unsicher fühlt, jede dritte im eigenen Stadtviertel. Im Nachtleben fühle sich ein Großteil der Mädchen und jungen Frauen unsicher, sagte Gabriele Nuß von der Gleichstellungsstelle. Die Stadt will bewährte Projekte zur Gewaltprävention an den Schulen stärken. Außerdem sollen die Frauenhäuser, wo Frauen und Kinder vor partnerschaftlicher Gewalt geschützt werden, von 78 auf 102 Plätze ausgebaut werden.

Bei der Prostitution will die Stadt das Angebot der Ausstiegshilfen verbessern. Rund um den Hauptbahnhof bestehe ein „massiver Hilfsbedarf“, so Dietrich. Laut Innenministerium leben geschätzt 4500 Prostituierte in München, davon rund 2700 legal. Gerade aus Rumänien und Bulgarien gebe es „immensen Zulauf“, so Schiwy. Die Beratungsstelle Mimikry soll sich nun mit einer zusätzlichen halben Stelle um anschaffende Frauen kümmern. Gesamtkosten für den Ausbau aller Angebote: rund 330.000 Euro jährlich.

Für das von den Grünen beantragte Hearing zur sexuellen Gewalt im öffentlichen Raum, speziell auf der Wiesn, sah das Sozialreferat keinen Bedarf. Lourdes Ros von der Initiativgruppe bat darum, künftig auch Selbstverteidigungskurse zu beschließen. Diese seien „die entscheidende Maßnahme, damit sich Mädchen und Frauen sicherer fühlen“. Zudem beobachte sie mit Sorge, dass zunehmend junge Flüchtlinge „in die Prostitution getrieben werden“: wegen des strengen Ausbildungs- und Arbeitsverbots – um irgendwie Geld zu verdienen, das oft auch die Familie im Heimatland erwarte.

Lesen Sie hier: Sex-Attacke verhindert – diese Schüler sind die Helden von Neuperlach.

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