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München will Fisch vom Kita-Speiseplan streichen: Stadt verrät Pläne für 2023

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Von: Tanja Kipke

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Lecker, schmecker, Fischstäbchen: Kindergartenkinder schlemmen am Mittagstisch.
Lecker, schmecker, Fischstäbchen: Kindergartenkinder schlemmen am Mittagstisch. © Sebastian Kahnert/dpa

Der Speiseplan in Münchens Kitas soll sich ändern. Fischgerichte sind dann kaum noch vorgesehen. Die Stadt erklärt unserer Redaktion die Gründe für die Entscheidung.

München – Seit einigen Tagen kursieren Medienberichte darüber, dass die Stadt München Fisch vom Speiseplan in städtischen Kindertageseinrichtungen und Horten streichen will. Zuerst hatte die Bild-Zeitung darüber berichtet. Auf Anfrage unserer Redaktion erklärt das Bildungsreferat der Stadt, was hinter dem Beschluss steckt. Komplett vom Speiseplan verschwinden werden Fischgerichte allerdings nicht.

Stadt München will Fischgerichte in Kitas reduzieren – „Überfischung und Mikroplastik“

Kindergartenkinder werden ab September 2023 wohl weniger Fisch vertilgen als vorher. In Kindertagesstätten besteht die Mittagsverpflegung meist aus Cook-and-Freeze-Mahlzeiten (in Horten rund 80 Prozent des Essens, in Kitas rund 60 Prozent). Für diese Tiefkühlverpflegung hat die Stadt neue Liefer-Aufträge ausgeschrieben. Das Verfahren befindet sich laut Sprecher des Bildungsreferats bereits in der Endphase. Darin sei auch enthalten, möglichst auf Fischgerichte zu verzichten. Wieso?

Die Empfehlung käme von der deutschen Gesellschaft für Ernährung. „Aufgrund der Überfischung sowie der Belastung von Fisch mit Schwermetallen und Mikroplastik war abzuwägen, inwieweit Meeresfisch weiterhin angeboten werden sollte“, erklärt der Sprecher. Süßwasserfisch sei jedoch auch keine Alternative, „er ist für die Ernährung von kleinen Kindern in der Gemeinschaftsverpflegung eher bedenklich, da er oft Gräten enthält.“

Kinder dürfen sich in Kitas an Gestaltung des Speiseplans beteiligen

Gänzlich vom Speiseplan gestrichen ist der Fisch in Kitas dadurch nicht. Der Speiseplan liegt in der Verantwortung der Kita-Leitung. „Die Kitas können im Rahmen des Frischkost-Angebots bei Bedarf auch weiterhin ein selbst zubereitetes Fischgericht anbieten, es findet sich lediglich im vorproduzierten Tiefkühlangebot kein Fisch mehr.“ Aber auch die Kinder dürfen bei der Gestaltung des Speiseplans mithelfen und ihre Wünsche äußern. Negative Reaktionen der Eltern habe die Stadt zu der Entscheidung bislang nicht erhalten. „Generell erhalten wir Reaktionen der Eltern meist dann, wenn im Einzelfall etwas gekocht wird, was den Kindern nicht schmeckt.“ (tkip)

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