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München: Die Kriminalstatistik der Stadt für das Jahr 2018 liegt vor.

Neue Zahlen zur Kriminalität in den Vierteln

Raub, Mord, Betrug: Wo das Verbrechen in München wohnt 

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München ist deutscher Spitzenreiter in puncto Sicherheit. Nun liegt der Sicherheitsreport für das Jahr 2018 vor. In einem Stadtviertel sind die Zahlen der Straftaten besonders hoch.

  • Straftaten in München: Der Sicherheitsreport 2018 für die Stadt liegt vor. Demnach gab es Straftaten 112.224.
  • Die Kriminalität in den Vierteln- Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt, Altstadt-Lehel, Schwabing-Freimann, Ramersdorf-Perlach und Allach-Untermenzing ist sehr unterschiedlich.

München - Laut Sicherheitsreport für das Jahr 2018 lag die Gesamtzahl der Straftaten im vergangenen Jahr bei 112.224. Eine Auswertung des Statistischen Amtes der Stadt München listet die Straftaten in den einzelnen Stadtbezirken auf. Grundsätzlich muss bei einem Vergleich berücksichtigt werden, dass die Stadtviertel sich in Größe, Struktur, Einwohnerzahl, Verkehrsstruktur, unterschiedliche Freizeitangebote und vieles mehr unterscheiden. Somit sagen die Zahlen alleine nichts darüber aus, wie sicher ein Stadtteil wirklich ist. 

Ludwigs-/Isarvorstadt

Betrachtet man die nackten Zahlen, führt die Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt die Statistik mit 12.443 Delikten an. Andreas Klose (Rosa Liste), Vorsitzender des zuständigen Bezirksausschusses, erklärt: „Die hohen Kriminalitätszahlen für unseren Stadtbezirk sind nicht repräsentativ für die Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt. Wir haben die Wiesn und den Hauptbahnhof. Das verzerrt die Statistik natürlich. Es gibt eine eigene Polizeiinspektion nur für den Hauptbahnhof und Umgriff. Das allein zeigt leider deutlich, dass es hier im Vergleich mit dem Stadtgebiet ein erhöhtes Maß an Kriminalität gibt.“ Aufgrund der hohen Dichte an Clubs und Bars im Glockenbachviertel komme es zudem wohl häufiger zu Konflikten als in reinen Wohnvierteln. Vor allem, weil oft Alkohol im Spiel sei. Die Zahl der Diebstähle ist mit 3494 hoch, ebenso die der Rohheitsdelikte wie beispielsweise Schlägereien mit 1887. Viele dieser Straftaten sind auf das Oktoberfest, die Feiermeile und den Hauptbahnhof zurückzuführen, gelten also als „importierte“ Delikte.

Altstadt-Lehel

Auf Platz 2 liegt mit 8157 Straftaten Altstadt-Lehel. Dort werden wegen der vielen Geschäfte und auch Touristen viele Diebstähle verzeichnet (3179). Auch sexuelle Straftaten unter anderem wegen der Clubs sind in diesem Stadtteil mit 93 recht hoch. Auch hier sind es viele „importierte“ Straftaten. Wolfgang Neumer (CSU), Chef des Bezirksausschusses, erklärt: „Man muss unterscheiden zwischen Altstadt und dem Lehel. Dies sind zwei sehr unterschiedliche Stadtviertel. Die Altstadt ist ein touristischer Hotspot. Mit der sogenannten Feierbanane, von der Müller- über die Sonnenstraße bis zum Stachus ist auch hier noch ein Schwerpunkt nächtlichen Treibens.“ Das Lehel sei hingegen ein eher ruhiges Stadtviertel, die Gastronomie werde eher von Anwohnern genutzt. Hier sei vor allem der Englische Garten ein Treffpunkt. „Es kam zu Ausschreitungen, auch gegen Polizei und Hilfsdienste“, so Neumer.

Schwabing-Freimann

Auf Platz 3 in der Statistik liegt Schwabing-Freimann mit 5413 Delikten. Petra Piloty, (SPD), Mitglied dieses Bezirksausschusses, sagt: „Man muss die Anzahl der Straftaten ins Verhältnis zu den Bevölkerungszahlen setzen. Schwabing-Freimann ist mit über 76 000 Einwohnern ein relativ großer Stadtbezirk. Wir hören von unserer örtlichen Polizeiinspektion, dass es kaum Auffälligkeiten gibt. Natürlich kommt es entlang der U-Bahnlinie in Schwabing, einem Ausgehviertel, wo viele Kneipen sind, öfter zu Schlägereien als in Freimann, das hauptsächlich Wohngebiet ist. In Freimann gibt es dafür mehr Einbrüche.“

Ramersdorf-Perlach

Der StadtteilRamersdorf-Perlach liegt mit 4690 Delikten in der Mitte. Thomas Kauer (CSU), Vorsitzender des Bezirksausschusses, erklärt: „Unser Stadtviertel ist auf die bauliche Struktur bezogen sehr heterogen. Neuperlach ist ein sehr dicht besiedelter Stadtteil mit vielen Hochhäusern, während es in Neuperlach Süd wieder flacher ist. Altperlach wiederum ist ein gewachsener Stadtteil mit einem historischen Ortskern. Was die Kriminalität betrifft, ist Ramersdorf-Perlach ein sehr sicheres Stadtviertel. Mir sind keine Kriminalitätsschwerpunkte bekannt.“ Es könne lediglich sein, dass in Neuperlach die Diebstahlzahlen höher sind als in anderen Teilen des Stadtbezirks, da sich dort das große Einkaufszentrum befindet.

Allach-Untermenzing

Die wenigsten Straftaten sind mit 1100 in Allach-Untermenzing verzeichnet. Dazu sagt Heike Kainz (CSU), Stadträtin und BA-Vorsitzende: „Allach-Untermenzing ist auf der einen Seite eine Wohngegend, auf der anderen Seite haben wir viel Gewerbe. Diese Gemengelage führt dazu, dass wir ein ruhiger und friedvoller Stadtbezirk sind.“ Die Bevölkerungsdichte sei im Vergleich zu den dicht besiedelten Innenstadtbezirken gering. Thema seien nur immer mal wieder Ruhestörungen wegen des Partyvolks, das auf Grünflächen feiert.

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München:

Statistik der Sexualstraftaten in Bayern

- eine Entwicklung macht im Jahr 2018 Sorgen

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