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München platzt aus allen Nähten: Die Zahl der Wohnräume in der Stadt reicht nicht, um alle Zuzügler aufzunehmen.

Münchner müssen zusammenrücken

Mehr Zuzügler als neuer Wohnraum: Das sind die Zahlen für die Viertel

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Die Münchner müssen immer enger zusammenrücken. Wie aus den neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, überwiegen die Zuzügler den neu entstandenen Wohnraum deutlich.

München - Platz da! Das Wachstum Münchens bleibt das zentrale Thema der Stadt. Das belegen aktuelle Zahlen des Statistischen Amtes. Demnach sind im Jahr 2016 genau 6560 Wohnungen mehr an- als abgemeldet worden. Das klingt gut - jedoch ist die Bevölkerung im gleichen Zeitraum durch Zuzug um 14.419 Menschen gewachsen, Geburten mal außen vor. Nicht mal jeder Zweite kriegt eine Wohnung!

Die meisten Menschen zogen 2016 nach Thalkrichen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln (2344), die wenigsten nach Au-Haidhausen (25). Die meisten Wohnungen entstanden in Pasing-Obermenzing (608), die wenigsten in der Schwanthalerhöhe (10!). Der Blick in die Viertel zeigt, dass nicht überall der Zuzug die neuen Wohnungen überwiegt. So sind zum Beispiel in der Isarvorstadt-Ludwigvorstadt 397 Bleiben angemeldet worden, aber nur 367 Personen zugezogen.

Maxvorstadt und Schwanthalerhöhe verlieren Anwohner

Es gibt aber tatsächlich auch Viertel, die schrumpfen. So haben 2016 exakt 686 Menschen die Maxvorstadt verlassen, gleichzeitig sind 81 neue Wohnungen angemeldet worden. Im gleichen Zeitraum haben auch die Schwanthalerhöhe mehr Menschen verlassen als zugezogen sind. Ein Minus von 296.

Am augenfälligsten das Missverhältnis im 19. Stadtbezirk: 2344 Menschen sind 2016 nach Thalkrichen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln gezogen. Gleichzeitig sind dort aber nur 204 neue Wohnungen entstanden.

Probleme in Schwabing-Freimann oder Ramersdorf-Perlach

Auch in Schwabing-Freimann war der Zuzug hoch, 1922 neue Bürger hat die Stadt gezählt, neue Wohnungen derweil nur 595 - immerhin fast eine für jeden dritten Zuzügler. Ebenfalls problematisch sind die Zahlen in Ramersdorf-Perlach (1221, 488 Bleiben), in Aubing-Lochhausen-Langwied (1718, 508) und in Laim (831, 258).

Wir haben uns im 25. Stadtbezirk, also Laim, umgehört, wie die Leute ihr Viertel erleben.

Tom Ritt (55): „Es gibt viel zu wenig Wohnraum. Ich fühle mich von denen da oben alleine gelassen. Die Politik macht ja nichts, um unsere Situation zu verbessern. Es mangelt auch total an Parkplätzen, auf einen kommen vier oder fünf Autos. In den letzten Jahren hat es sich hier verschlechtert. Die Mieten sind bis ins Unendliche gestiegen, ist klar, dass es dann so viele Obdachlose gibt.“

Tibor Szapora (58): „Die Menschen sind immer unzufriedener hier. Meine Geschäfte als Kiosk-Besitzer profitieren allerdings vom Zuwachs, die laufen seit Jahren sehr gut. Aber dennoch steigt die Unzufriedenheit, die Leute motzen immer mehr. Ich frage mich, warum seit 25 Jahren das Kaufhaus Beck leersteht. Warum passiert da nichts, warum geht da keiner rein? Das kann ja nicht an der Baugenehmigung scheitern.“

Stefanie Thurner (26): „Das Viertel ist doch mittlerweile total überfüllt. Es ist fast schon unmöglich, hier eine bezahlbare Wohnung zu finden. Die Leute meckern immer mehr. Aber man muss auch sagen: Im Vergleich zu anderen Städten geht es uns hier in München und auch in Laim ja noch ganz gut. Aber hätte ich nicht die Wohnung von meinem Vater bekommen, würde ich hier aber auch nichts finden.“

Natalya M. (69): „Die Leute hier befinden sich in einer schlechten Situation. Es gibt auch kaum noch Plätze in der Kindertageseinrichtungen. Die Stadt tut ja nichts, finde ich. Es ist auch nicht mehr wie früher, da war es viel schöner und ruhiger in Laim. 2005 habe ich für meine Wohnung 550 Euro bezahlt, heute sind es 850, plus Nebenkosten. Das ist ein gewaltiger Anstieg!“


Sascha Karowski

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