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„Extrem enttäuschend“: OB Reiter tobt nach Minister-Absage bei Krisensitzung über 2. Stammstrecke

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Von: Felix Herz

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Der Bau der zweiten Stammstrecke in München wird Berichten zufolge teurer und dauert länger. OB Reiter schmeckt das gar nicht.
Der Bau der zweiten Stammstrecke in München wird Berichten zufolge teurer und dauert länger. OB Reiter schmeckt das gar nicht. © Michael Lucan/Sachelle Babbar/imago (Montage)

Die Kosten- und Zeitexplosion beim Bau der zweiten Stammstrecke explodieren wohl. Nun ließ Wissing eine Krisensitzung kurzfristig platzen – OB Reiter tobt.

München – Die Nachricht verursachte mächtig Wirbel und wird wohl auch in Zukunft noch für einiges an Ärger und Diskussion sorgen: Der Bau der zweiten Stammstrecke in München verzögert sich massiv – und die Kosten explodieren. Eigentlich sollte es dazu heute eine Krisensitzung geben, mit Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP). Letzterer ließ den Termin nun aber wohl kurzfristig platzen – in einem Pressestatement übt Reiter nun scharfe Kritik.

München: Kostenexplosion und Bauverzögerung – Ob Reiter mit deutlichen Worten in Richtung Bund

In einem an die Presse weitergeleiteten Statement, „zur Berichterstattung über Kostensteigerung und verlängerten Zeitplan beim Bau der 2. S-Bahn-Stammstrecke“, machte Reiter nun seinem Ärger Luft. Er finde die kurzfristige Terminabsage mit Bundesverkehrsminister Wissing „extrem enttäuschend“, die Aussicht auf einen neuen Termin fehle. Es folgt eine weitere deutliche Ansage:

Gerade nachdem jetzt wohl eine unglaubliche weitere Verzögerung der Baumaßnahme im Raum steht und damit einhergehend eine weitere Explosion der Kosten, wäre es dringend erforderlich gewesen, vom zuständigen Bundesminister endlich konkrete Informationen aus erster Hand zu erhalten.“

Münchens OB Reiter in Richtung Wissing

Bau der zweiten Stammstrecke ein neuer Berliner Flughafen? Reiter sieht „inakzeptable Entwicklung“

Den Bau der zweiten Stammstrecke in München bewertet Reiter als ungemein wichtig für die ganze Region. Würde sich die bisher nur kolportiere Verzögerung und Kostenexplosion bewahrheiten, sei das für „Münchnerinnen und Münchner und die Menschen in der Region eine inakzeptable Entwicklung“.

Reiter hofft, dass die zuständigen Projektträger, Bund, Freistaat und Deutsche Bahn alles daran setzen, dass „das größte Infrastrukturprojekt Deutschlands kein zweiter Berliner Flughafen (BER) wird“. Dessen Bau hatte sich um acht Jahre verzögert und war mit knapp sechs Milliarden Euro dreimal so teuer wie ursprünglich geplant.

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Zweite Stammstrecke dringend benötigt: S-Bahnsystem stößt an Grenzen

Aktuell fahren alle S-Bahnen Münchens in der Stadtmitte durch einen einzigen Tunnel. Es ist die meistbefahrene Bahnstrecke Europas. Gibt es eine Störung, sind alle davon betroffen – und eine Störung, das wissen die leidgeprüften Münchnerinnen und Münchner, gibt es oft. Das weiß auch OB Reiter: Der Bau der zweiten Stammstrecke sei „dringend notwendig“. Nicht nur Pendlerinnen und Pendler, sondern „die weitere Entwicklung der gesamten Region ist vom Ausbau des ÖPNV abhängig“.

Abschließend fordert Reiter in dem Statement an die Presse: „Auch für die Planung weiterer, dringend benötigter Infrastrukturmaßnahmen, wie U- und Trambahnen in München, brauchen wir endlich verlässliche Aussagen zur Finanzierung durch den Bund.“

Man kann davon ausgehen, dass, sollten sich die bisher kolportierten Verzögerungen sowie die extreme Kostenexplosion bewahrheiten, viel Diskussion und Streit ins Haus stehen. Es wird wohl hauptsächlich um die Frage gehen, wer für die höheren Kosten – die wohl zwangsläufig auch mit der generellen Preissteigerung von Material und Lieferkosten durch den Ukraine-Krieg einhergeht – aufkommen wird. (fhz)

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