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Kaum zu unterscheiden: Von außen sieht der E-Bus einem Diesel-Bus ähnlich, nur der Batterieaufbau verrät ihn.

Münchens erster E-Bus

Das ist der neue „Flüster-Bus“ der MVG

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Die MVG starten ins E-Zeitalter: Ab November werden die ersten beiden elektrisch angetriebenen Busse im Linienbetrieb eingesetzt. Langfristig soll die gesamte Busflotte elektrisch unterwegs sein. Wir waren bei der Jungfernfahrt dabei.

Kraftvoll, aber nur begleitet von einem leisen Surren, setzt sich der erste Elektrobus im Fuhrpark der MVG in Bewegung. Die Fahrt in einem solchen Gefährt ist in erster Linie ein akustisches Erlebnis. Motorengeräusche beim Anfahren? Fehlanzeige. Und wenn der Bus des Herstellers Ebusco halten muss, ist plötzlich gar kein Ton mehr zu vernehmen – einen Leerlauf kennt der Elektromotor nicht.

Wie sehr wir alle uns an die Geräusche des Straßenverkehrs gewöhnt haben, zeigt eine Anekdote, die Ebusco-Technik-Chef Peter Cremer erzählt. Im Testbetrieb hatte einmal ein Haltestellen-Anwohner bei der Stadt nachgefragt, ob ihre Buslinie verlegt worden sei – sie hatten das Geräusch des Anfahrens „vermisst“. Die Passagiere hören allerdings trotzdem etwas und erkennen so, welchen enormen Kräften ein Bus im Alltag ausgesetzt ist. Wenn der Koloss in die Kurve geht, dann knarzt das verbaute Plastik. Die Klimaanlage, die im sonnigen Spätherbst einen unverhofften Einsatz hat, bläst nicht lauter als in einem Diesel-Bus, ist aber viel deutlicher zu vernehmen.

Für die MVG ist die Anschaffung des ersten Elektrobusses ein Meilenstein. „Als wir vor einigen Jahren die allerersten Prototypen getestet haben, da hatte ich nicht den Eindruck, dass daraus mal ein normaler Bus werden könnte“, sagt MVG-Buschef Ralf Willrett. Doch die Batterietechnik habe einen riesigen Sprung gemacht. „Rein optisch ist der E-Bus von seinem Diesel-Bruder kaum zu unterscheiden“, stellt Willrett fest.

Am Strom: MVG-Buschef Ralf Willrett und Bürgermeister Josef Schmid schließen den Bus ans Ladekabel an.

Nach der Fahrt ist Bürgermeister Josef Schmid begeistert. „Der Elektromobilität gehört die Zukunft“, ist er sich sicher. Die Stadt fördert die Antriebstechnik mit mehr als 30 Millionen Euro. „Das ist das größte kommunale Förderprogramm“, so Schmid.

Dreh- und Angelpunkt ist immer noch die Reichweite. In München sind Linienbusse zwischen 300 und 400 Kilometer am Tag unterwegs. Mit dem neuen Bus hofft die MVG auf eine Reichweite von 300 Kilometern. Das hängt allerdings von unterschiedlichen Faktoren ab. Optimale Temperaturen liegen zwischen 10 und 25 Grad. Im Winter muss der Bus geheizt werden und kann dafür nicht auf die Abwärme eines Verbrennungsmotors zurückgreifen. Andererseits bietet die Situation in München einige Vorteile für Elektrofahrzeuge. Größere Steigungen, die den Motor belasten, gibt’s nicht. Und durch den ständigen Stop-and-Go-Verkehr kann sich die Batterie beim Bremsen immer wieder aufladen.

Volle Kraft: Im Heck ist die Hälfte der Batteriekapazität und die Motorenkontrolle verbaut.

Noch in diesem Jahr will die MVG eine Ausschreibung für sieben weitere E-Busse, darunter auch zwei Gelenkbusse, vorlegen. Langfristig will die MVG ihren kompletten Fuhrpark auf Elektro umstellen. Geladen werden die Busse über Nacht. Je mehr Busse im Einsatz sind, umso mehr Strom muss also in den Betriebshof geleitet werden. Pro Kilometer verbraucht der Bus übrigens eine Kilowattstunde Strom. „Das ist so viel, wie ein Staubsauger in einer Stunde benötigt“, erklärt Techniker Cremer und fügt, an alle Zweifler gerichtet, hinzu: „Aber versuchen Sie mal, mit einem Staubsauger 90 Leute quer durch die Stadt zu befördern.“

Am Wochenende stellt die MVG den Ebusco-Bus beim zehnjährigen Jubiläum des MVG-Museums vor und setzt ihn als Pendelbus zwischen dem Bahnhof Giesing und dem MVG-Museum ein.

Lesen Sie auch: MVV wirbt für einen Express-Bus-Ring um München

Marc Kniepkamp

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