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Münchens Olympia-Bewerbung: Sprung auf Platz eins

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Aufwind: Münchens Bewerbung hat aufgeholt. Foto: dpa
Aufwind: Münchens Bewerbung hat aufgeholt. Foto: dpa

München - Vier Wochen vor der Entscheidung über die Olympischen Winterspiele 2018 bekommt die Münchner Bewerbung möglicherweise Oberwasser. Internet-Branchendienste sehen die Bayern im Kommen. Beim Portal „Around the Rings" ist München mittlerweile sogar Favorit und hat jetzt den südkoreanischen Hauptkonkurrenten Pyeongchang überholt.

Die Branchendienste wie „Around the Rings“ oder „GamesBids“ beschäftigten sich ausschließlich mit Themen rund um Olympia. Im Rennen um die Winter- oder Sommerspiele erstellen sie regelmäßig Bewertungen, die zeigen sollen, wer vorne und wer hinten liegt. Im Kampf um die Winterspiele 2018 hatte bisher Pyeongchang die Favoritenrolle, Annecy (Frankreich) gilt als Außenseiter. Offenbar ist nach der technischen Präsentation der Bewerbung in Lausanne Bewegung in die Rangliste gekommen. „Around the Rings“ sieht nun München mit 83 zu 79 Punkten vorne. Annecy liegt mit 69 von 100 möglichen Punkten deutlich zurück.

Laut „Around the Rings“ konnte München seine Qualitäten hinsichtlich Beherbergung, Transport und Sportstätten-Plänen unter Beweis stellen. Den Sprung an die Spitze verdankten die Bayern aber vor allem dem positiven Bürgerentscheid in Garmisch-Partenkirchen, meint Herausgeber Ed Hula. Auch bei „GamesBids“ hat München nach dem Auftritt in Lausanne aufgeholt, liegt aber weiter mit 64,99 Punkten knapp hinter Pyeongchang mit 66,29.

Die Frage ist jedoch, wie verlässlich die Bewertungen sind. So lag „GamesBids“ bei seiner Prognose für die Sommerspiele 2016, als Rio de Janeiro gewann, zwar richtig - bei der Einschätzung zur Vergabe der Spiele 2010, 2012 und 2014 aber immer falsch. Nicht zuletzt ist nicht klar erkennbar, wie unabhängig diese Branchendienste sind. Sie finanzieren sich nämlich in entscheidendem Umfang von der Werbung, die Bewerberstädte bei ihnen schalten.

Unterdessen ist Annecy womöglich in Schwierigkeiten geraten. Medienberichten zufolge kann der Mitbewerber wegen eines Finanzlochs von 2,5 Millionen Euro im rund 29 Millionen großen Etat aktuelle Ausgaben nicht mehr bezahlen. Bewerbungschef Charles Beigbeder wies die Vorwürfe zurück. Die Bewerbung habe ein ausgeglichenes Budget.

Wie berichtet, hat es auch die Münchner Bewerbung nicht geschafft, die benötigten 33 Millionen Euro ausschließlich bei Sponsoren einzutreiben. Zwischen sechs und sieben Millionen muss nun der Steuerzahler übernehmen.

Matthias kristlbauer

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