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Ihm drohen mehrere Jahre Haft: Anlageberater Klaus-Jürgen W. mit seinem Anwalt.

Wegen 44-fachen Betrugs vor Gericht

„Skrupellos“: Anlageberater soll seine Freunde und Verwandten um ihr Erspartes gebracht haben

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Ein Münchner Anlageberater soll Freunde und Verwandte mit einer skrupellosen Masche um ihr Erspartes gebracht haben. Dem 58-Jährigen droht lange Haft. Ein Opfer nennt den Angeklagten „skrupellos“.

München - Feiner Anzug, polierte Schuhe, ergrautes Haar - auf den ersten Blick ist der Münchner Klaus-Jürgen W. (58) ein Mann, dem man sein Geld anvertrauen würde. Noch dazu, wenn er ein Verwandter oder Freund ist. Das dachten sich auch acht ihm nahestehende Menschen, die von dem Anlageberater um insgesamt 1,7 Millionen Euro betrogen worden sind.

Klaus-Jürgen W. ist vor dem Landgericht wegen 44-fachen Betrugs angeklagt. Das Vermögen seiner Kunden legte er nicht wie versprochen an, sondern finanzierte damit sein bequemes Leben.

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Angeklagte räumt Vorwürfe ein

Seine Schultern hängen nach unten, die Beine sind eng verschlossen. Selbstbewusst, wie ihn seine Vertrauten kennengelernt haben, wirkt Klaus-Jürgen. W am Dienstag nicht mehr. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft räumt er fast vollumfänglich ein. Nur: Nach seiner Auffassung beläuft sich der Schaden auf 1,5 Millionen Euro, also 200.000 Euro weniger. Aber was macht das schon aus, wenn acht Menschen um ihre Altersvorsorge gebracht wurden. Eine Entschuldigung, wie er sie einem Rentner (74) im Gerichtssaal anbietet: wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Denn Hans B. (Name geändert) aus Gröbenzell ist noch immer fassungslos. „Das Geld war für die Rente bestimmt. Und für meine damals hochschwangere Tochter, die sich eine Existenz aufbauen wollte“, schimpft er. „Das war skrupellos.“ Sieben Verträge hat Hans B. mit dem Anlageberater geschlossen. Insgesamt vertraute er ihm 150.000 Euro an. Klaus-Jürgen W. versprach, er werde das Geld in einen Fonds stecken, woraus er mittelständischen Unternehmen Kredite gewähren werde. „Neun Prozent Zinsen hat er versprochen“, erinnert sich Hans B. „Kein Risiko. Und Ausfälle würde er aus seinem Privatvermögen zahlen.“

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Dividenden dank anderer betrügerischer Geschäfte ausgezahlt

Um zu vertuschen, dass er das Geld erst gar nicht angelegt hatte, zahlte Klaus-Jürgen W. gelegentlich zum Schein Dividenden an Hans B. aus. Das Geld dafür beschaffte er sich bei weiteren betrügerischen Geschäften mit anderen Verwandten und Freunden. Doch irgendwann kamen Hans B. Zweifel. „Ich verlangte eine Liste mit den Unternehmen, die Kredite von ihm bekamen. Aber er speiste mich mit Ausreden ab“, erzählt B. Trotzdem gab er Klaus-Jürgen W. weitere 90.000 Euro. Warum? Das kann Hans B. der Richterin auch nicht schlüssig erklären. „Man möchte es einfach glauben“, sagt er. „Er hat es immer wieder geschafft, uns ruhig zu stellen. Wir waren ja Freunde.“

Auch seine eigene Ex-Frau soll Klaus-Jürgen W. um 230.000 Euro gebracht haben. Am schlimmsten aber traf es ein weiteres Ehepaar. Innerhalb von vier Jahren vertraute es dem 58-Jährigen mehr als eine halbe Million Euro an. Der Betrüger selbst sagt: „Es tut mir aufrichtig leid. Es war nicht mein Plan, dass jemand sein Geld verliert.“ Ihm drohen mehrere Jahre Haft.

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Johannes Heininger

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