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Hans-Georg Stocker befürchtet das Aus für das Backstage.

Seit Montag vor Gericht

Jetzt klagt Backstage-Chef gegen Bau der zweiten Stammstrecke

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München - Der Bau der zweiten Stammstrecke könnte das Backstage in den Ruin treiben. Das befürchtet der Betreiber des Clubs. Er zieht nun vor Gericht.

Für den Kultclub Backstage an der Reitknechtstraße wird es jetzt höchste Eisenbahn! Nicht nur, dass sich Hans-Georg Stocker in seinen 25 Jahren als Betreiber ständig um den Fortbestand seines Treffpunktes für alle Kulturen sorgen muss: Jetzt könnte die Deutsche Bahn seine Pläne gehörig durchkreuzen. Für den Bau der zweiten Stammstrecke soll durch sein Grundstück eine Zufahrtsstraße führen. Für Stocker wäre es das endgültige Aus. Am Montag wurde vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof verhandelt.

Für die Vertreter des Eisenbahnbundesamtes (EBA) und der Deutschen Bahn Netz AG ist der Straßen-Bau unausweichlich. Jede Minute sollen dann mindestens drei Fahrzeuge Richtung Baustelle fahren. Betonmischer, Muldenkipper, Mannschaftsfahrzeuge … „Sollten wir uns mit Herrn Stocker nicht einigen, werden wir den Gang zur Enteignungsbehörde antreten müssen“, erklärte ein DB-Vertreter.

Das Problem: Hans-Georg Stocker ist zwar rechtlich der Eigentümer der drei Grundstücke, das Geh- und Fahrtrecht auf dem Areal liegt aber bei der DB Netz AG. Die Deutsche Bahn erklärte aber auch, dass man eine Regelung mit Stocker anstrebe.

Stocker: „Flucht- und Rettungswege viel zu eng“

Stocker sorgt sich um seine regelmäßigen Großveranstaltungen. Seine Gäste könnten bei einer stark frequentierten Baustellenzufahrt nicht mehr sicher zu seinem Club gelangen. „Auch die Flucht- und Rettungswege sind dann viel zu eng“, befürchtet Stocker. Immerhin: Die DB-Netz AG versteht die Sorgen des Backstage-Chefs. So könnten sich die Verantwortlichen vorstellen, dass man bei Großveranstaltungen auf das Backstage Rücksicht nehmen würde und sowohl den Baubetrieb als auch den Verkehr einstellen oder entsprechend umleiten würde. Doch für Stocker klingt das nur auf dem Papier gut: „Das würde nicht funktionieren. Ich kann nicht meinen Veranstaltungszeitraum nach der Bahn richten. Ich muss mich nach den Künstlern richten. Sonst bin ich pleite.“

Für das Backstage wird es immer enger. Ende 2016 läuft die Baugenehmigung für das neue Backstage, das auf dem Nachbargrundstück entstehen soll, aus. Und auch die Genehmigung für den bestehenden Konzertclub läuft aus. Stocker behauptet zwar, dass die Lokalbaukommission bereits signalisiert habe, dass man beide Genehmigungen nochmal verlängern wolle. Damit hätte sich der Kultclub einmal mehr Zeit verschafft. Trotzdem: „Wenn die Baustellenzufahrt kommt, ist das Backstage gestorben“, sagt Stocker. Dann wäre der Zug endgültig abgefahren...

Johannes Heininger

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