Sorge um Frank Plasberg: „Hart aber fair“-Moderator erkrankt - längere Pause droht

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Half der Staat beim Schummeln?

München - Münchner Beamtenanwärter sollen mit Hilfe ihrer Behörde geschummelt haben, um die Zwischenprüfung zu bestehen. Das behauptet eine Ex-Kommilitonin und klagt deshalb gegen den Freistaat. In erster Instanz unterlag Monika S., nun schöpft sie neue Hoffnung.

In einer guten Woche ist es so weit. Dann erfährt Monika S., ob sich ihr jahrelanger Kampf gelohnt hat. Ein Kampf, der die heute 31-Jährige jede Menge Nerven, Zeit und Geld gekostet hat. Ein Kampf, bei dem es ums Prinzip geht. Um Gerechtigkeit. Monika S. hat ihren ehemaligen Arbeitgeber, den Freistaat Bayern, verklagt, weil sie fest davon überzeugt ist, dass es bei der Wiederholung der Zwischenprüfung an der Fachhochschule in Hof im März 2009 nicht mit rechten Dingen zuging. Dass ihre damaligen Kollegen aus München bereits im Vorfeld die Prüfungsthemen kannten – direkt von ihren Ausbildern aus der Landeshauptstadt. Es gebe sogar eine SMS mit dem genauen Prüfungsstoff an einen Kandidaten, erklärt Monika S.

Bislang jedoch hatte sie wenig Erfolg mit ihrer Klage. Das Münchner Verwaltungsgericht hatte sie als unzulässig befunden und abgewiesen. Es sei nicht erkennbar, dass die Klägerin im Fall eines Sieges in diesem Fall einen rechtlichen Vorteil haben könnte, argumentieren die Richter. Denn es gebe einen bestandskräftigen Bescheid, der besage, dass „die Klägerin zu einer Wiederholung der Prüfung nicht mehr antreten darf".

Doch die zweite Instanz, der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) scheint anderer Meinung zu sein und hat die Berufung zugelassen. Der VGH, erklärt eine Sprecherin auf Anfrage, habe offenbar „ernstliche Zweifel“ daran, dass sich der Fall bereits an der Zulässigkeitsfrage entscheiden lasse. Am 15. Mai eröffnet der VGH das Berufungsverfahren. Für Monika S. eine neue Chance. Ihr geht es nicht mehr darum, eine Laufbahn als Beamtin einzuschlagen. Sie arbeitet heute als Vorstandsassistentin in einem Finanzunternehmen.

Doch im März 2009 sieht das noch anders aus. Da glaubt sie noch fest daran, eine Zukunft als Beamtin zu haben. Im gehobenen Dienst in Bayern. Ein sicherer Job. Ein Job, mit dem sich planen lässt. Sechs Wochen lang lernt Monika S. jede freie Minute für die Zwischenprüfung vom 2. bis 5. März – eine Prüfung, so heißt es, mit der die Anwärter die Ausbildung in der Tasche haben. Kommunalrecht, Beamtenrecht, Privatrecht und mehr. Stunden und Tage verbringt sie vor ihren Büchern, um sich auf die Zwischenprüfung des gehobenen nichttech-nischen Verwaltungsdienstes vorzubereiten. Einmal schon hat sie die Prüfung an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Hof nicht bestanden. Dieses Mal, am Abend des 1. März 2009, hat sie ein besseres Gefühl als beim ersten Mal. Dennoch ist sie nervös, denn: Besteht sie dieses Mal nicht, kann sie ihre Beamtenlaufbahn vergessen.

Ebenfalls in Hof angereist sind einen Tag vor Prüfungsbeginn einige Kollegen aus München. Sie wirken auf Monika S. wesentlich entspannter als alle anderen. Monika S. hört von Gerüchten. Die Münchner, heißt es, kennen die Prüfungsthemen. Angeblich kursiert unter ihnen eine SMS. Deren Inhalt: die Themenbereiche der folgenden Prüfungstage. Der Absender: ein Student, der sich auf die Ausbildungsführung in München beruft. Die soll denen, die an einem freiwilligen Übungsprogramm der Stadt teilgenommen haben, erhebliche Vorteile verschafft haben. Die Organisatorin dieses Programms, bei der Stadt zuständig für Aus- und Fortbildung, sitzt offenbar auch im Prüfungsausschuss der Fachhochschule in Hof und legt mit diesem Gremium die Klausurthemen fest.

Die Themen in den Prüfungen sollen bis in Detail übereinstimmen mit den Übungen, die die Münchner im Vorfeld probeweise zu lösen hatten. Unfair, meint Monika S. Das will sie sich nicht gefallen lassen. Sie legt Einspruch ein beim Prüfungsausschuss, bemängelt, es habe keine Chancengleichheit gegeben. Sie fordert eine Wiederholung der Prüfung. Sie beschwert sich bei der Regierung von Oberbayern. Das zuständige Innenministerium wird eingeschaltet, lehnt den Einspruch aber ab. Dass die Klausuren den Prüfungsthemen so ähnlich sind, sei ein Zufall, das Gerede um die Münchner Anwärter lasse sich nicht nachweisen. Zufall? Das wollen die VGHRichter nun herausfinden.

Bettina Link

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