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Ex-AfD-Männer: Andre Wächter (links) und Fritz Schmude sitzen als „Alfa“-Gruppierung im Stadtrat.

"Schlag in die Magengrube"

Münchner Ex-AfD-Chef entsetzt von AfD-Erfolgen

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München - Andre Wächter war bayerischer AfD-Chef. Dass seine Ex-Partei jetzt so erfolgreich wird, macht ihn fassungslos. Warum, erklärt er hier.

Beinahe wäre Andre Wächter Bundestagsabgeordneter geworden. Dann, glaubt er, wäre alles anders gekommen. Mit 4,7 Prozent der Stimmen verpasste die AfD am 23. September 2013 denkbar knapp den Einzug in den Bundestag. Wächter, damals bayerischer AfD-Chef, ist einer der Männer, die ins Parlament gekommen wären. Stattdessen wurde er Monate später in den Münchner Stadtrat gewählt – AfD-Gründer Bernd Lucke gratulierte noch am Abend persönlich per SMS.

Die Bundestagsfraktion, sagt Wächter, hätte aus vielen Politikern bestanden, die die Gründungsidee der AfD weitergetragen hätten. Stattdessen, so sieht er es, verlagerte sich die Macht zu den Landesverbänden in Ostdeutschland. Die AfD drängte Bernd Lucke aus der Partei, und zu dessen neugegründeter „Alfa“ wechselte auch Wächter. Der zweite Münchner AfD-Stadtrat Fritz Schmude verließ die Partei ebenfalls und schloss sich im Rathaus erneut Wächter an.

Jetzt hat die AfD bei den Landtagswahlen zweistellige Ergebnisse geholt, Alfa dagegen nur um 1 Prozent. Wächter sagt, das AfD-Ergebnis sei für ihn ein „Schlag in die Magengrube“ gewesen. „Es tut mir leid, wo die Partei sich hinentwickelt hat. Das hatten wir nicht so beabsichtigt.“ Er sagt, der AfD sei es darum gegangen, eine wirtschaftsliberal-konservative Partei zu sein. Davon sei aber nicht viel übrig. „Der AfD ist das Wirtschaftsliberale komplett abhanden gekommen“, sagt er. „Sie ist gegen den Freihandel!“ Außerdem sei sie nicht mehr konservativ, sondern „offen rechtspopulistisch und islamfeindlich“.

Spricht Wächter über das dürftige Alfa-Ergebnis, klingt er fast trotzig. Der Mann, der beinahe in den Bundestag eingezogen wäre, schwärmt von 10 Prozent, die man vergangene Woche bei der hessischen Kommunalwahl im Städtchen Rüsselsheim gewonnen hätte – theoretisch, wenn sich genügend AlfaKandidaten zur Wahl gestellt hätten. Wächter ist sicher, dass viel Potenzial für Alfa da ist. Übrigens gerade auch in München. „Die CSU will unbeding den OB stellen und ist deshalb sehr weit in die Mitte gerückt“, sagt er. „Eigentlich haben wir in München bundesweit die besten Voraussetzungen.“ 

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