Münchner Freiheit: Noch mehr Lärm in Schwabings neuem Wäldchen

München - Die nächsten Monate werden noch lauter an der Münchner Freiheit. Schleifmaschinen jaulen, wenn die Schweißnähte an dem futuristischen Dach geglättet werden. Mitte Dezember soll Schwabings neues Wahrzeichen stehen.

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Ein Wald aus Gerüsten, aus dem drei graue Trichter ragen. Das ist die neue Münchner Freiheit. „In ihrer vollen Schönheit sieht man sie erst, wenn die Lackierung aufgetragen ist“, sagt Gunnar Heipp von den Stadtwerken, die hier eine futuristische Trambahn-Haltestelle samt Wendeschleife bauen. In zweieinhalb Monaten wächst das Bauwerk um 15 weitere Trichter, die dann ein filigranes gewölbtes Dach tragen werden. Unten strahlend weiß, gestützt von dünnen Stelen, oben leuchtend grün.

Bilder der neuen Münchner Freiheit

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Der Architekt will den Eindruck eines lichten Wäldchens erwecken. Der Lärm, der Anwohnern und Passanten bald von der Baustelle entgegenschlägt, wird aber mehr an eine Raubrodung als an eine grüne Idylle erinnern. Wohl Ende dieser Woche beginnen die Monteure, die Schweißnähte zwischen den Elementen des Dachs glatt zu schleifen.

In Österreich werden die Teile gefertigt und testweise montiert. Morgens, kurz nach sieben, karrt ein Tieflader sie dann in den nächsten Tagen an der Münchner Freiheit an, wo die Arbeiter sie nach einem ausgeklügelten Zeitplan in die Konstruktion einfügen. „Wie aus einem Guss“, sagt Heipp, soll alles später aussehen und auf einen zehntel Millimeter genau passen. Sollte ein Abschliff nötig sein, muss erst ein Statiker sein Placet geben.

Der Trambahnhof ist der Endpunkt der 23er Tram in die Parkstadt Schwabing. Am 12. Dezember fährt sie das allererste Mal, wenn auch das Wäldchen aus Stahl an der Freiheit mit einem Bürgerfest eröffnet wird. Im nördlichen Teil des Platzes, den vorher der alte Busbahnhof einnahm, wartet auf die Schwabinger Bürger ein freies Areal mit Kopfsteinpflaster. Die 23er Tram wird den Bus 123 ersetzen, ein paar andere werden auch in Zukunft an der neuen Station halten.

Unter der Erde nimmt derzeit der 1971 eröffnete, erste U-Bahnhof der Stadt seine neue Gestalt an. Zu der schreiend gelb-grünen Wandverkleidung gesellt sich die Spiegeldecke, die sich auch über die ganze Ladenzeile im Zwischengeschoß ziehen wird. Lichter und größer soll sie dadurch wirken. Alle Läden bis auf zwei sind bereits vermietet. Der Kiosk will der MVG zufolge noch vor der Wiesn eröffnen, die anderen Mieter können ihre Geschäfte ab Oktober ausbauen, um voraussichtlich im Dezember zu eröffnen.

Kolja Kröger

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