Ausgedient: Die Schilder zwischen den Bahnsteigen werden laut MVG durch neue mit einem „e“ weniger ersetzt. schlaf

Die Münchner Freiheit verliert das letzte falsche „e“

München - Seit zweieinhalb Jahren wird an der Münchner Freiheit gebaut. An der neuen Tramlinie 23, am neuen Bus- und am U-Bahnhof. Aber so manchen alteingesessenen Schwabinger treibt vor allem eine Frage um: Was passiert mit dem einen „e“ zu viel auf den alten Schildern am U-Bahnsteig?

Ein gutes Jahrzehnt ist es jetzt her, dass die Münchner Freiheit 1998 ein „e“ verlor. Auf Antrag der örtlichen Bürgerversammlung und des Bezirksausschusses hatte die Stadt die „Münchener Freiheit“ in „Münchner Freiheit“ umbenannt und damit dem Sprachgebrauch nachgegeben. Denn der Münchner verschluckte das „e“ regelmäßig irgendwo in seinem Gaumen.

So also verschwand das „e“ von den Straßenschildern und auch an Charly Eisenrieders Café „Münchner Freiheit“. An einer Stelle aber hielt es sich beharrlich: auf den blauen Planken zwischen den Bahnsteigen. Aber Schwabing kann aufatmen. „Der Sachverhalt ist der Münchner Verkehrsgesellschaft bekannt. Die Schilder werden im Rahmen der Sanierung ausgetauscht“, teilte MVG-Sprecher Christian Miehling auf Anfrage mit.

Ob das „e“ nun zuviel war oder nicht, darüber lässt sich trefflich streiten. Beides sei richtig und beides nicht falsch, meinte Helmuth Stahleder vom Stadtarchiv damals. Die „Münchener Rück“ etwa entschloss sich, das „e“ zu behalten, und der „Münchner Merkur“ gehört zum „Münchener Zeitungs-Verlag“. Ganz früher gab es das Problem gar nicht. Ursprünglich hieß der Platz Feilitzschplatz und während der NS-Diktatur Danziger Freiheit, ehe er nach dem Krieg in Erinnerung an den Widerstand in Münchener Freiheit umbenannt wurde.

Das Wichtigste ist ohnehin ein anderes „e“. Das beim Monaco-Franze, der als Statue unermülich über den Platz wacht. Man stelle sich nur vor, man müsste Monaco-Franz zu ihm sagen.

wha

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