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Spaß bei klirrender Kälte: In den Parkcafe-Biergarten kommen jeden Abend hunderte Gäste zum Eisstockschießen und Glühwein-Trinken.

Vom Eisstockschießen bis zur Glühwein-Bar

Wo man in München Après-Ski-Gefühl genießen kann

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München - Glühwein und wärmende Schaffelle statt Schatten spendende Kastanien: Immer mehr Wirte bewirtschaften ihre Biergärten und Freischankflächen auch im Winter. Wir geben einen Überblick wo was geboten ist.

Damit sich die Gäste trotz klirrender Kälte wohlfühlen, stellen die Gastronomen urige Almhütten auf, machen Lagerfeuer – und schaffen mit Raclette, Eisstockschießen, winterlicher Dekoration und Decken wohlige Atmosphäre. Sechs Tipps fürs Après-Ski-Gefühl in der Stadt.

Chris Lehner klopft sich selbst anerkennend auf die Schulter: „Ich bin der Erfinder des Winterbiergartens“, sagt der Wirt des Parkcafés (Sophienstraße 7) am Alten Botanischen Garten. Tatsächlich war er 2007 der erste, der eine Almhütte und eine Eisstockbahn im Biergarten aufstellen ließ. Wäre doch schade, die Fläche brach liegen zu lassen, statt sie gewinnbringend zu nutzen, dachte er sich. Allerdings war es alles andere als einfach, den Biergarten im Winter rentabel zu machen. Eine Kunsteisbahn, wie sie am Stachus steht? Viel zu hohe Energiekosten. Also reiste Lehner nach Kanada, wo in den Eissporthallen schon lange nicht mehr auf Eis, sondern auf Kunststoff Schlittschuhlauf und Hockey-Spiel stattfinden. Schnell war klar, dass sich das spezielle Material auch für’s Eisstockschießen eignet. „Da gleitet der Eisstock zwar nicht so schnell wie auf Eis, aber es geht doch um die Gaudi“, sagt Lehner.

Jeden Abend kommen hunderte Gäste in den Biergarten des Parkcafés. Vier Bahnen à 17 Meter stehen dort zur Verfügung. Ab 17 Uhr kostet die Bahn pro Stunde 80 bis 90 Euro, zehn Personen können darauf spielen. Zum Aufwärmen gibt’s Glühwein und alkoholfreien Blutorangen-Punsch an der Freiluftbar. Außerdem können sich die Spieler Fingerfood, zum Beispiel heiße Maroni, Datteln im Speckmantel und Kürbis-Muffins, nach draußen bringen lassen. Reservierung: 089/ 51 61 79 80.

Mit Fellen und alten Skiern verwandelt sich das Käfer-Bistro in ein alpenländisches Chalet.

Das Bistro im Käfer-Stammhaus verwandelt sich für die kalten Tage in ein Alpen-Chalet. Rustikale Holzmöbel, Felle, an der Wand Geweihe, Kuhglocken und Schlitten sollen die Vorfreude auf die kommende Skisaison und gemütliche Wintertage in den Alpen wecken. Die Köche haben eine eigene Karte mit Rezepten aus der alpenländischen Küche zusammengestellt, darunter Ochsengulasch mit Breznknödel (16,90 Euro), Käsefondue mit Schwarzbrotcroûtons (19,90 Euro) und Topfenschmarrn mit Rumfrüchten und Vanilleeis (12,90 Euro). Das Käfer-Chalet, Prinzregentenstraße 73, hat bis zum 31. Dezember Montag bis Freitag von 9.30 bis 20 Uhr, Samstag von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Reservierung unter 089/ 4 16 85 56.

Hofbräukeller

Almhütte und Gondel haben Silja und Ricky Steinberg im Biergarten des Hofbräukellers aufgestellt.

Im Hofbräukeller-Biergarten am Wiener Platz, wo im Sommer kühles Bier fließt, können sich die Gäste im Winter mit Glühwein wärmen. Und Ente statt Hendl verputzen. Die Wirtsfamilie Steinberg hat heuer zum zweiten Mal eine urige Almhütte aufgestellt – und für die alpine Atmosphäre gleich noch eine dekorative Gondel nebendran. Ricky Steinberg sagt: „Man will seinen Gästen auch mal etwas Anderes anbieten.“ Angedacht war auf dem Gelände im Winter schon mal ein Mini-Christkindlmarkt (wollte der Bezirksausschuss nicht) oder eine Eisstockbahn (wollten die Nachbarn nicht), also ist es eine Almhütte geworden – so eine hatte Steinberg einmal auf dem Dach des Hotel Mandarin Oriental gesehen und Gefallen daran gefunden. „Das passt zu München und zum Winter“, findet der Wirt. Bis Mitte Februar bietet Steinberg „zünftige Hüttenabende“ an. Platz ist ja bekanntlich im kleinsten Holzhäusl, in diesem Fall für 50 bis 100 Personen. Optimal für kuschelige Weihnachtsfeiern – aber nicht nur geschlossene Gesellschaften haben Zutritt. An den Sonntagen 13., 20. und 27. Dezember wird von 10 bis 14 Uhr Weißwurstfrühstück angeboten. Am Freitag, 25., und Samstag, 26. Dezember, werden Entenschmankerl aufgetischt. Ab 29. Dezember gibt es bis Ende Januar immer dienstags und mittwochs Fondue-Abende (22,90 Euro pro Person), eingeläutet um 18.30 Uhr mit einem Glühweinempfang an der Gondel. Reservierungen sind im Hofbräukeller, Innere Wiener Straße 19, möglich und unter 089/ 45 99 25 0.

Als Hermann Zimmerer 2013 zum ersten Mal eine Holzhütte im Alpenstil in seinen Biergarten stellte, musste er noch kräftig die Werbetrommel rühren. Inzwischen ist das Holzhäusl im Garten des Paulaner-Bräuhauses am Kapuzinerplatz 5 (gegenüber vom Arbeitsamt) ein Selbstläufer – und bis Februar ausgebucht. An drei Terminen gibt es aber noch freie Plätze: An den Adventssonntagen 6., 13. und 20. Dezember findet jeweils von 11.30 bis 14 Uhr ein Sonntagsbrunch in der Almhütte statt. Für 24,50 Euro können sich die Gäste an einem reichhaltigen Buffet bedienen, mit Lachs-, Schinken- und Käseplatte, frischen Früchten, Gebäck und hausgemachter Marmelade. Und es gibt auch warme Gerichte wie Weißwürste, Ente und Haxn mit Blaukraut und Knödel, Spinat-Tascherl und Mohnstrudel. Kinder bis sieben Jahre essen kostenlos, danach wird pro Lebensjahr ein Euro verlangt. Reservierung: 089/ 54 46 11 0.

Eingeheizt wird den Gästen der Polar Bar im Bayerischen Hof mit zwei Kaminen.

Der Blick über die Stadt ist zu jeder Jahreszeit beeindruckend: Im Sommer können Gäste auf der Dachterrasse des Bayerischen Hofs Cocktails schlürfen. Im Winter hat dort die „Polar Bar“ geöffnet – ein Ort, an dem es richtig windig, aber auch richtig kuschelig werden kann. Zwei Kamine dienen als zentrale Feuerstelle, die Sitzbänke sehen aus wie Skilifte. An der Outdoor-Bar gibt es Glühwein (6,90 Euro), „heißen Bratapfel“ (Apfelsaft mit Limette, Vanille-Zimtsirup und Sahne: 9,50 Euro) und kleine Gerichte wie „Ice Breaker“ (Rindfleischspieße zum Selbstzubereiten über dem Feuer, 11 Euro). Die Polar Bar, Promenadeplatz 2-6, hat Montag bis Freitag von 16 bis 22 Uhr, am Wochenende und feiertags von 12 bis 22 Uhr geöffnet.

Hotel Vier Jahreszeiten

Die Talstation vor dem Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski an der Maximilianstraße.

Das Nobelhotel Vier Jahreszeiten Kempinski an der Maximilianstraße hat die Hoteleinfahrt in eine Talstation verwandelt: Bis zum 24. Dezember stehen hier Gondeln, in denen von 12 bis 22 Uhr Raclette (39 Euro), Stollen und andere Schmankerl serviert werden. Telefon: 089/ 21 25 22 20.  

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