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Der Giesinger Grünspitz an der Ecke Tegernseer Landstraße zur Martin-Luther-Straße ist ein Beispiel, wie inmitten von Verkehr ein wenig Grün einziehen kann. Früher wurden auf dem Areal gebrauchte Autos verkauft, heute wird hier angepflanzt.

Nachverdichtung und Versiegelung

Grüne sorgen sich um Grünflächen in der Stadt

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München - Die Rathaus-Fraktion der Grünen fordert mehr Lebensqualität und stellt acht Anträge zur Sicherung von Freiräumen in der Stadt.

München wächst. Immer mehr Menschen ziehen in die Stadt, Wohnungen und Straßen werden gebaut – Grünflächen verschwinden. Die Grünen im Stadtrat sorgen sich um die Lebensqualität in der immer dichter werdenden Stadt. Die Fraktion hat nun acht Anträge an die Stadtverwaltung gerichtet, wie Freiräume und Grünflächen gesichert werden können.

„Wir bauen und bauen und bauen“, sagte Sabine Krieger, stellvertretende Fraktionsvorsitzende, am Dienstag im Rathaus. „Das führt dazu, dass viele Flächen schnell versiegelt werden. Wir müssen überlegen, wie wir Flächen sichern können.“

Dass beispielsweise im Münchner Nord-Osten viel gebaut wird, ist nach Ansicht der Grünen richtig und wichtig. Jedoch sollte schon bei der Planung berücksichtigt werden, wie viele Grünflächen erhalten bleiben. „Längerfristig befürchte ich, dass es weniger Freiflächen gibt, die für die Stadt Tabuflächen sind“, sagte Stadtrat Herbert Danner. Innerhalb des Mittleren Ringes gebe es sowieso kaum noch Freiflächen – von den Parks abgesehen. Es müsse gut überlegt werden, wie viele Freiflächen für die Besiedelung geopfert werden.

Stadtrat Herbert Danner sprach von „vielen Un-Orten“ in der Stadt, die in schöne, nutzbare Freiflächen umgewandelt werden könnten. Als Beispiel nannte er die Kreuzung Bad Schachener Straße, St.-Michael-Straße und Heinrich-Wieland-Straße. Auf vier Freiflächen befänden sich ein Park & Ride-Platz, zwei weitere Parkplätze sowie eine Tankstelle. „Die Flächen sind ausschließlich Autos vorbehalten.“ Man könnte stattdessen die kleinen Parkplätze umwidmen in Grünflächen. Folgende Anträge gaben die Grünen gestellt.

Mehrwert von Bäumen

Die Verwaltung soll im Stadtrat zwei Studien aus New York und Toronto vorstellen, die sich mit dem monetären und gesundheitlichen Gewinn durch Bäume befassen. Die Studie aus Toronto zeige: „Schon zehn Bäume mehr steigern dass gesundheitliche Wohlbefinden der Bewohner ähnlich stark, als wenn man das Einkommen dieser Haushalte um gut 7000 Euro pro Jahr erhöhen würde oder die Bewohner sieben Jahre jünger wären.“ Die Grünen fordern eine entsprechende Studie für München.

Dauerhafte Sicherung von Freiflächen

In einem Gesamtplan für alle Stadtbezirke soll festgelegt werden, welche Freiflächen vor jeglicher Bebauung geschützt werden. Das können größere Flächen sein, aber auch Miniflächen in dicht bebauten Stadtvierteln.

Bei Nachverdichtung Bäume schützen

In Freiflächengestaltungs- und neuen Bebauungsplänen sollen Flächen für neue und den Erhalt von Großbäumen vorgesehen werden. So fielen gerade in der Innenstadt alte, große Bäume in Innenhöfen häufig dem Bau von Tiefgaragen zum Opfer, sagte Krieger. Deswegen sollten Tiefgaragen möglichst unter Häusern gebaut werden. Auf diese Weise blieben nicht unterbaute Flächen erhalten, so dass Bäume Platz zum Wurzeln haben.

Grünflächen naturnah gestalten

Um Insekten, Vögeln und anderen Wildtieren das Überleben zu ermöglichen, sollten zehn Prozent der neuen Grünflächen naturnah gestaltet werden, also mit Sträuchern, Wildwiesen, Kräutern, und Früchten. „Es muss diese naturnahen Bereiche geben. Das ist auch den Menschen wichtig“, sagte Krieger.

Entsiegelung

Die Grünen fordern eine Rückbesinnung auf die „Leitlinie Ökologie“, nach der bis 2020 die bestehende Versiegelung der städtischen Oberfläche um 15 Prozent reduziert werden sollte. Momentan sei eher das Gegenteil der Fall, sagte Krieger. Die Grünen fragen nach einem Maßnahmenkatalog der Verwaltung, wie das Ziel der Entsiegelung erreicht werden soll, und fordern zugleich eine Erhöhung der Entsiegelungspauschale von aktuell 1,5 Millionen auf künftig zehn Millionen Euro.

Schülerwettbewerbe

Über Schülerwettbewerbe sollen Kinder und Jugendliche die Möglichkeit bekommen, selbst Ideen zur Nutzung von Freiflächen oder auch Flachdächern von Schulen einzubringen. Fachlich begleitet werden könnten die Wettbewerbe von entsprechenden Lehrstühlen von Universitäten und Hochschulen, etwa mit Masterarbeiten oder Studienprojekten.

Sport- und Schulflächen öffnen

Für Kinder und Jugendliche müsste es mehr Freizeitangebote geben, sagte Stadtrat Danner. Sinnvoll wäre es, Schulhöfe und Sportplätze verstärkt zu öffnen und hierfür Betreuungspersonal einzustellen. „Das sollte sich die Stadt leisten.“

Facharbeitskreise einrichten

In regelmäßigen Besprechungen sollen sich Fachleute und politische Entscheider über Freiräume und Erholungsgebiete austauschen. Er sehe bei der Stadtspitze keinen, der sich für das Thema Freiflächen einsetze, sagte Danner. Gerade auch Umweltverbände sollten in Beratungen einbezogen werden.

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