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Erendiz Hamamcioglu wurde in München geboren und führt in Kemer ein Hotel.

90 Prozent der Deutschen bleiben weg

Münchner Hotelbesitzerin in der Türkei: „Die Krise macht uns kaputt“

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Der Tourismus in der Türkei erlebt eine Krise in der Krise. Mittendrin: eine gebürtige Münchnerin, die in Kemer ein Hotel betreibt. Sie kämpft ums Überleben - und gegen den Vorwurf, Erdogan gewählt zu haben. 

Kemer/München - Das Gartenhotel Erendiz in Kemer an der türkischen Riviera ist ein wahres Paradies für Urlauber, welche die schönsten Wochen des Jahres nicht in anonymen Bettenburgen verbringen wollen. Vor allem Deutsche machten hier in der Vergangenheit gerne Urlaub, so wie sie zwischen Kusadası und Alanya stets den Großteil der Urlauber stellten. Doch nicht erst seit der Reisewarnung von Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) am Donnerstag bleiben die Gäste aus Almanya aus.

Im Hotel der gebürtigen Münchnerin Erendiz Hamamcioglu (66) in Kemer kann man in den liebevoll eingerichteten Zimmern einen Sommer ohne Fernsehen genießen und sich mit Yoga-Übungen entspannen. „Wir hatten immer viele Gäste aus Deutschland“, so Hamamcioglu, die das Grundstück 1983 gekauft hatte und bis 2000 in München wohnte. „Wir hatten schon voriges Jahr infolge des Putsches Probleme, doch dieses Jahr ist es viel schlimmer.“ 90 Prozent der Deutschen blieben bei ihr weg. Laut Tourismusministerium in Ankara reisten heuer bis Mai knapp 864.000 Deutsche in die Türkei. In den ersten fünf Monaten 2015 waren es noch 1,55 Millionen. Wie die Besitzer vieler anderer kleiner Hotels muss Hamamcioglu ums Überleben kämpfen: „Wir werben jetzt um türkische Gäste, um unsere Betten belegen zu können.“ Zwar stellen nun die Russen die größte Gruppe der Türkei-Touristen, doch die buchen lieber Pauschalurlaub in den großen Anlagen, die internationalen Konzernen gehören.

Besonders bitter: „Wir bekommen Mails aus Deutschland, wo man uns sagt, dass uns das recht geschieht, da wir Erdogan gewählt hätten.“ Dabei haben gerade die Küstengebiete, in denen die westlichen Touristen Urlaub machen, jüngst gegen das von Erdogan angestrebte Präsidialsystem gestimmt. Muss ich nun als deutscher Urlauber Angst haben, in der Türkei verhaftet zu werden? Hamamcioglu: „Nein, natürlich nicht.“

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