tz-Bürgeranwalt

Münchner kassiert Knöllchen, während er Erste Hilfe leistet

  • schließen

Jede Woche hilft der tz-Bürgeranwalt Lesern bei ihren Rechtsfragen. Diese Woche hat ihn eine ganz besonders empörende Schilderung erreicht. Lesen Sie selbst.

„Ich habe im April 2016 Erste Hilfe geleistet und währenddessen einen Strafzettel über 15 Euro bekommen. Ich war gleich bei der Polizei, doch man rückte nicht davon ab, auch nicht, als ich viele Briefe schrieb. Man drohte mir sogar Erzwingungshaft an! Die Sache geht jetzt vor das Amtsgericht in Viechtach.“

Peter H., München

Hier kommt es darauf an, ob ein echter Fall von Erster Hilfe vorlag, ob der tz-Leser tatsächlich geholfen hat, ob konkret Lebensgefahr bestand, erklärt Markus Schärpe, Leiter der Abteilung für Verkehrsrecht beim ADAC. Bei konkreter Lebensgefahr darf sich der Einzelne auch über Verkehrsregeln hinwegsetzen, soweit andere nicht gefährdet werden. Es handelt sich dann juristisch gesehen um einen Notstand in Notfällen. „Hier muss man dann abwägen, ob die Gefahr groß genug ist, um einen Rechtsbruch zu rechtfertigen“, so Schäpe. 

Bei Lebensgefahr könne eine Geschwindigkeitsüberschreitung gerechtfertigt sein – nicht aber, wenn es sich um einen dringenden geschäftlichen Termin handelt, auch wenn ihn der Betreffende als „lebenswichtig“ empfindet. Apropos lebenswichtig – nur zur Führerscheinprüfung wird ein Erste-Hilfe-Kurs verlangt, danach müssen Autofahrer keinen mehr machen. „Dennoch raten wir vom ADAC, die Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen, zum Beispiel bei einem kostenlosen Kurs in einem Münchner Klinikum“, sagt Schäpe.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Signalstörung: Verzögerungen und Zugwenden auf diesem S-Bahn-Abschnitt
Zahlreiche Pendler sind auf den S-Bahn-Verkehr angewiesen. Doch immer wieder kommt es zu Störungen, Sperrungen und Ausfällen. In unserem News-Ticker informieren wir Sie …
Signalstörung: Verzögerungen und Zugwenden auf diesem S-Bahn-Abschnitt
„Abschiedsgeschenk“ auf gefährlichen Abwegen: Zug kollidiert mit Krankengestell
Unbekannte haben ein Krankengestell auf die Gleise unweit des Südrings geworfen. Ein herannahender Zug kollidierte mit dem ungewöhnlichen Gegenstand.
„Abschiedsgeschenk“ auf gefährlichen Abwegen: Zug kollidiert mit Krankengestell
Ballermann an der Isar: Anwohner beschweren sich über „rechtsfreie Räume“
Die Isar ist im Sommer aus den abendlichen Aktivitäten der Münchner kaum wegzudenken. Einige Anwohner nervt das gewaltig. Sie haben einen Brandbrief mit dem Titel …
Ballermann an der Isar: Anwohner beschweren sich über „rechtsfreie Räume“
Irre Betrugsmasche am Münchner Hauptbahnhof: Toilettenmann soll 425.000 Euro ergaunert haben
Mit einer irren Betrugsmasche sollen ein Münchner Toilettenmann und seine Ex-Lebensgefährtin am Hauptbahnhof das große Geld gemacht haben. Nun stehen die beiden vor …
Irre Betrugsmasche am Münchner Hauptbahnhof: Toilettenmann soll 425.000 Euro ergaunert haben

Kommentare