Die Sparda-Bank München spendet auch heuer für den Verein Lichtblick Seniorenhilfe 250 000 Euro. Das Geld stammt aus dem Gewinn-Sparverein der Bank. Bei der – corona-konformen – Scheckübergabe waren (v. l.) dabei: Merkur-Chefredakteur Georg  Anastasiadis, Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Lydia Staltner, Vorsitzende des Vereins  Lichtblick Seniorenhilfe, Helmut Lind, Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank München, Christine Miedl, Kommunikationsdirektorin der Sparda-Bank München, und Merkur-Redakteurin Barbara Nazarewska.
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Ein Lichtblick für ältere Menschen in Not: Die Sparda-Bank München spendet auch heuer für den Verein Lichtblick Seniorenhilfe 250 000 Euro. Das Geld stammt aus dem Gewinn-Sparverein der Bank. Bei der – corona-konformen – Scheckübergabe waren (v. l.) dabei: Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis, Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Lydia Staltner, Vorsitzende des Vereins Lichtblick Seniorenhilfe, Helmut Lind, Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank München, Christine Miedl, Kommunikationsdirektorin der Sparda-Bank München, und Merkur-Redakteurin Barbara Nazarewska.

UNSERE SPENDENAKTION im Advent: Gemeinsam gegen die Altersarmut in Oberbayern

„Nächstenliebe ist absolut zentral“

  • Barbara Nazarewska
    vonBarbara Nazarewska
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Die Corona-Krise trifft ältere Menschen besonders hart. Vor allem jene, die mittellos und auf sich selbst gestellt sind. Daher unterstützt der Münchner Merkur zusammen mit der Sparda-Bank München den Verein „Lichtblick Seniorenhilfe“. Dieser Verein kümmert sich um bedürftige Rentner aus der Region.

München – Zum Auftakt unserer diesjährigen Spendenaktion haben wir drei Experten an einen Tisch gebracht: den Vorstandsvorsitzenden der Sparda-Bank München, Helmut Lind, die Vereinschefin Lydia Staltner und den Landesbischof der Evangelisch Lutherischen Kirche in Bayern, Heinrich Bedford Strohm. Ihr gemeinsames Thema: Nächstenliebe – in Krisenzeiten.

Welche Rolle spielt in der aktuellen Zeit Nächstenliebe – insbesondere im Hinblick auf ältere Menschen?

Bedford-Strohm: Nächstenliebe ist absolut zentral! Schon in normalen Zeiten. Menschliche Beziehungen sind für uns alle ein Lebenselixier. Wenn wir das Leid anderer nicht sehen, gar die Augen davor verschließen, dann ist das verheerend für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Jedem von uns muss klar sein: Auch ich selbst kann in eine Situation kommen, in der ich auf Hilfe angewiesen bin. Wenn sich also jeder von uns in Solidarität übt, dann wird auch allen mehr geholfen.

Was konkret kann die Kirche dazu beitragen?

Bedford-Strohm: Jeder von uns sollte hinschauen. Denn im persönlichen Leben sind wir Menschen dieKirche. Die Kirche als Institution hat zu Beginn der Corona-Krise zahlreiche Sondermittel verabschiedet. Aber auch auf sozialer Ebene leisten unsere Pfarrerinnen und Pfarrer Immenses: Sie hören zu, sie kaufen ein, sie stehen Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, mit Rat und Tat zur Seite. So etwas steht natürlich kaum in den Schlagzeilen, aber findet jeden Tag vor unserer Haustür statt.

Und welche Rolle spielt die Wirtschaft?

Lind: Wir haben schon vor der Pandemie unseren Fokus erweitert: um soziale, solidarische Ziele, neben den wirtschaftlichen Pflichten. Die Sparda-Bank München ist in Deutschland die erste und bislang einzige Bank, die eine Gemeinwohlbilanz ausweist, seit 2011. Man muss Bank neu definieren, davon bin ich zutiefst überzeugt – und Corona ist letztlich nur der Beschleuniger für diese Entwicklung. Und glauben Sie mir, ein Bankdirektor erlebt nicht nur goldene Zeiten, sondern auch Krisen. Und genau in solchen Situationen wird ganz deutlich, dass niemand von uns unabhängig existieren kann. Und dass wir für andere, schwächere Sorge tragen. Deswegen unterstützen wir auch seit vielen Jahren den Verein Lichtblick Seniorenhilfe. Weil wir ein Zeichen setzen wollen gegen die wachsende Altersarmut.

Bei uns steht das Telefon nicht mehr still, uns rufen Menschen an, um einfach mal eine Stimme zu hören, um mit jemandem reden zu können. Viele weinen am Telefon!

Lydia Staltner

Altersarmut ist das große Thema des Vereins Lichtblick Seniorenhilfe ...

Staltner: Und es wird leider immer größer! Die Corona-Krise führt uns das noch einmal schmerzhaft vor Augen. Sie ist lebensgefährlich für ältere Menschen in Not, die oft einsam sind – und jetzt kommt auch noch so mehr Hilflosigkeit dazu. Bei uns steht das Telefon nicht mehr still, uns rufen Menschen an, um einfach mal eine Stimme zu hören, um mit jemandem reden zu können. Viele weinen am Telefon! Die sind verzweifelt. Die fragen sich immer wieder: Wie können wir das bewältigen – nicht nur materiell, sondern auch seelisch. Vor allem auch seelisch. Wir hatten sogar Fälle von Betroffenen, die letztlich aus Einsamkeit gestorben sind ...

Bedford-Strohm: Man kann auch einen sozialen Tod sterben. Das ist eine Situation, die auch uns jeden Tag aufs Neue beschäftigt.

Haben Sie nicht zugleich den Eindruck, dass die Gesellschaft – durch die Pandemie – auch mehr zusammenrückt?

Staltner: Absolut! Die Kluft zwischen Jung und Alt wird gefühlt kleiner; bei uns haben sich zum Beispiel so viele jüngere Menschen gemeldet und – ehrenamtlich – mit angepackt, um unsere Senioren zu versorgen. Das beeindruckt mich zutiefst.

Bedford-Strohm: In unserer Gesellschaft steckt viel mehr, als wir gemeinhin sehen. Die Kraft des Mitgefühls kommt während der Corona-Krise deutlich zum Tragen ...

Zur Wahrheit gehört aber auch: Immer mehr Menschen können sich ihren Ruhestand nicht leisten. Obwohl die meisten hart gearbeitet haben. Was läuft schief?

Bedford-Strohm: Es ist doch eine Verteilungsfrage. Um es ganz deutlich zu sagen: Es ist genug Geld da. Allerdings ist es ungleich verteilt. Es läuft darauf hinaus, dass zunehmend mehr Menschen im Alter arm sein werden, so mancher hingegen ganz, ganz reich. Ich bin der Ansicht, dass wir jetzt die Situation der Schwächsten verbessern sollten. Es ist höchste Zeit.

Sehen Sie das auch so, Herr Lind?

Lind: Ich wiederhole mich jetzt, aber ich bin schon sehr lange der Ansicht, dass wir am Sterbebett des Kapitalismus stehen. Wo haben wir denn noch eine soziale Marktwirtschaft? Alles dreht sich doch nur um Konsum und Gewinnmaximierung. Glauben Sie ernsthaft, ein fünftes Haus macht Sie glücklicher, wenn Sie schon vier haben?

Das ist wohl eine rhetorische Frage ...

Lind: Richtig. Tatsache ist, dass auch wir anfangs wegen unserer Gemeinwohlbilanz belächelt wurden. Heute sieht es schon anders aus. Wir gewinnen Kunden und Mitarbeiter, teils Top-Führungskräfte, weil es den Menschen nicht nur ums Geld geht, sondern um andere Themen, um Werte. Sie alle schätzen unsere Unternehmenskultur. Natürlich müssen auch wir an unseren Kosten arbeiten, aber eben nicht auf Kosten des Gemeinwohls. Ich prophezeie Ihnen: In spätestens zehn Jahren werden wir in der Wirtschaft erleben, dass die Rechnung ohne diese soziale Komponente nicht mehr aufgeht.

Was passiert bis dahin: Fallen die Armen, vor allem die Älteren, hinten runter?

Staltner: In der Tat fühlen sich viele Menschen in der aktuellen Situation benachteiligt – und das betrifft nicht ausschließlich unsere Senioren. Ich erwähnte ja vorhin diese vielen wunderbaren ehrenamtlichen Helfer. Hut ab! Aber ich will auch nicht verheimlichen, dass uns Anrufe von langjährigen Spendern erreichen, die schweren Herzens ihre Zahlungen einstellen – weil sie sich sonst das Leben nicht mehr leisten können. Einige haben ihre Jobs verloren, andere diverse Aufträge. Das ist schlimm für den Verein, für unsere Senioren.

Von welchen Summen reden wir denn?

Staltner: Das ist ganz unterschiedlich. Das Phänomen an sich ist vor allem belastend. Ein plakatives Beispiel: Schon eine Tasse Kaffee in einem Café trägt unsere einsamen Senioren oft durch den ganzen Tag.

Bedford-Strohm: Oft geht es ja gar nicht um große Beträge, sondern nur um einen kleinen Obolus – der viel Zuversicht und Hoffnung für die Zukunft hervorbringen kann.

Schenken auch Sie ein bisschen Würde

Warme Schuhe für den Winter, eine altersgerechte Sehhilfe oder Lebensmittel. Diese Dinge, die für uns selbstverständlich sind, können sich viele arme Rentner nicht leisten. Unter dem Motto „Gemeinsam gegen die Altersarmut in Oberbayern“ suchen der Münchner Merkur und die Sparda-Bank München Spender und Paten für den Verein Lichtblick Seniorenhilfe.

Schnell, unbürokratisch und sehr persönlich sorgt der Verein für die Anschaffung dringend benötigter Dinge, wie eine neue Matratze oder Medikamentenzuzahlungen, welche von der Krankenkasse nicht übernommen werden. Mit einer Patenschaft von monatlich 35 Euro können sich Betroffene kleine Wünsche des Alltags, die ihnen lange verwehrt blieben, endlich wieder selbst erfüllen.

„2003 waren wir der erste Verein in Deutschland, der sich finanziell für bedürftige Rentner eingesetzt hat – und das tun wir bis heute“, sagt Vereinschefin Lydia Staltner. „Allein in den vergangenen drei Jahren haben wir rund 10 000 Rentnern in Oberbayern geholfen. Nur, wenn wir alle zusammen helfen, können wir die Not ein wenig lindern.“

Schenken auch Sie ein bisschen Würde, liebe Leserinnen und Leser – und unterstützen Sie bitte die gemeinsame Aktion des Münchner Merkur und der Sparda-Bank München zugunsten von Lichtblick Seniorenhilfe mit einer einmaligen Spende oder einer Patenschaft.

Überweisungen bitte auf das Konto des Vereins Lichtblick Seniorenhilfe (Schweigerstraße 15, 81541 München) bei der Sparda-Bank München; das Kennwort lautet „Aktion 2020“.

IBAN: DE30 7009 0500 0004 9010 10

BIC: GENODEF1S04

Für eine Spendenquittung geben Sie bitte Ihre Anschrift an.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Online-Spende unter www.seniorenhilfe-lichtblick.de

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