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Immobilien in München: Die Mieten sorgen für Ärger.

Neue Pläne der Fraktionen

Nach Ärger: Stadtrat will Mietspiegel reformieren

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Der Münchner Mietspiegel hat in der jüngsten Vergangenheit mächtig für Ärger gesorgt. Jetzt wollen die Stadtrats-Fraktionen die Berechnungen ändern. Das sind die Pläne.

München - Der Münchner Mietspiegel erhitzt weiter die Gemüter. Nun fordern Grüne und SPD eine Reform des städtischen Instruments. Am Donnerstag tagt der Sozialausschuss zu dem Thema.

Mit dem Münchner Mietspiegel ermittelt das Sozialreferat alle zwei Jahre die Durchschnittsmiete in München. Dazu beauftragt es eine Fachfirma, die ihrerseits Umfragen unter den Münchner Mietern durchführt. Dabei fließen aber nur neue Verträge oder jene Mieten ein, die in den vergangenen vier Jahren erhöht wurden. Seit Jahren unveränderte, bestehende Mietverhältnisse werden ebenso wenig berücksichtigt wie Sozialwohnungen. Für den neuen Mietspiegel liegt die so ermittelte Durchschnittsmiete bei 11,23 Euro kalt – und damit um knapp fünf Prozent über der aus dem Jahr 2015. 

Vermieter müssen sich daran orientieren

Vermieter müssen sich bei Mieterhöhungen an dem Mietspiegel orientieren. Ansonsten könnten Mieter klagen. Der Hausbesitzerverein Haus+Grund hält die Durchschnittsmiete für zu gering. Außerdem behauptet er, die Stadt habe geschummelt und auch die wesentlich günstigeren Sozialwohnungen mit aufgenommen, um die Durchschnittsmiete zu senken.

„Alle Äußerungen, die Mieten hier seien zu niedrig, sind ein Schlag ins Gesicht der Münchner Mieter“, sagt SPD-Sozialexperte Christian Müller. Die Genossen fordern daher in einem Antrag, dass auch Bestandsmieten mit in den Mietspiegel einfließen. Das könnte die Durchschnittsmiete günstiger machen. Problem: Über die gesetzlichen Vorgaben des Mietspiegels muss der Bund entscheiden, nicht der Stadtrat.

Daher wollen die Münchner Grünen zumindest den Turnus der Erhebung ändern. Der Mietspiegel solle nicht alle zwei, sondern nur noch alle vier Jahre erstellt werden. Demnach würde der Mietspiegel für vier Jahre gelten. Die extreme Überhitzung des Marktes würde sich nicht mehr alle zwei Jahre niederschlagen. Fraktions-Chefin Gülseren Demirel: „Im Sinne des Mieterschutzes ist es besser, den Mietspiegel wieder im vierjährigen Rhythmus fortzuschreiben.“

Wir ermittelten Münchens wahren Mietspiegel

Im vergangenen Jahr ermittelten wir mit Hilfe unserer User den wahren Mietspiegel. Gemeinsam mit der tz und dem Münchner Merkur riefen wir im Sommer die Leser auf, ihre Mietdaten bei uns einzureichen. Dabei kam heraus: Die wahre Durchschnittsmiete für München liegt deutlich höher, als von der Stadt herausgegeben.

Rechner: So viel Miete sollten Sie wirklich zahlen

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