Münchner Musikhochschule

Sexuelle Nötigung: Haftstrafe für Ex-Hochschuldirektor

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Der ehemalige Präsident der Münchner Musikschule muss ins Gefängnis. Dabei spricht ihn das Gericht zumindest von einem schlimmen Vorwurf frei.

München - Ein früherer Präsident der Münchner Musikhochschule ist wegen sexueller Nötigung in drei Fällen verurteilt worden. Er muss zwei Jahre und neun Monaten in Haft. Vom Vorwurf der Vergewaltigung wurde der 63-Jährige am Mittwochabend am Münchner Landgericht freigesprochen. 

Die Strafkammer sah es als erwiesen an, dass der Mann eine Frau bei drei Bewerbungsgesprächen zwischen 2007 und 2013 sexuell genötigt hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm zudem vorgeworfen, eine andere Frau im Jahr 2004 vergewaltigt zu haben.

Mehr als 30 Zeugen an 18 Verhandlungstagen

An 18 Verhandlungstagen waren mehr als 30 Zeugen angehört worden. Den letzten Prozesstag dominierten Staatsanwaltschaft und Verteidigung mit langen Plädoyers. Der Gerichtssaal war bis auf den letzten Platz besetzt. Sogar vor der Tür warteten Interessierte. Auch sie wussten: Für den Ex-Präsidenten geht es um alles. Während die Anwälte Philip Müller und Alexander Stevens für einen Freispruch plädierten, forderte Staatsanwältin Elke Böhnisch eine Haftstrafe von sieben Jahren.

Der 63-Jährige soll in zwei Fällen Frauen in seinem Büro vergewaltigt und sexuell genötigt haben. Beide seien bei ihm wegen identischer Gründe vorstellig geworden, meint Verteidiger Stevens: „Weil sie etwas von ihm wollten.“ So wie Petra K. (54, Name geändert). Im Herbst 2004 bewarb sie sich um die Stelle als Assistentin. Auf seiner Couch soll es zu dem Übergriff gekommen sein. Der Angeklagte, so die Staatsanwaltschaft, habe K. brutal vergewaltigt.

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Opfer erfährt aus Radio von Bewährungsstrafe

In den Wochen danach sei es wiederholt zu freiwilligem Geschlechtsverkehr gekommen, gibt Petra K. zu. Der 63-Jährige streitet nicht ab, dass es eine Affäre gab. Erst als sie 2016 aus dem Radio erfuhr, dass er vom Landgericht wegen sexueller Nötigung zu neun Monaten auf Bewährung verurteilt wurde, meldete sie sich bei der Polizei. Auch die Sängerin Celine F. (62, Name geändert) soll der Angeklagte in seinem Büro bedrängt haben.

Der ehemalige Präsident der Münchner Musikhochschule wies jeden Vorwurf von sich. Nach den Plädoyers seiner Verteidiger sagte er: „Es ist ein schwer zu ertragender Tag für mich. Aber ich gebe zu: Ich hatte in meinem Leben überdurchschnittlich viele, vielleicht zu viele sexuelle Kontakte. Ich hätte sie aus meinem beruflichen Umfeld heraushalten müssen. Das war unachtsame Dummheit.“ Und trotzdem: Alle sexuellen Handlungen seien immer einvernehmlich geschehen.

dpa, Johannes Heininger

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