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Auch Münchner Pfarrer halten eine Lockerung des Zölibats für möglich.

Katholische Kirche

Wie Münchner Priester die Diskussion ums Zölibat sehen

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  • Peter T. Schmidt
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Eine Lockerung des Zölibats, wie sie jetzt anlässlich der Mexiko-Reise von Papst Franziskus diskutiert wird, scheint auch Geistlichen in München nicht utopisch.

Der Priestermangel könne „in zehn bis zwanzig Jahren“ auch hier so groß werden, dass die regelmäßige Eucharistie in den Gemeinden gefährdet sei, glaubt Pater Karl Kern, Rektor der Jesuitenkirche St. Michael. Für ihn als Ordensmann bleibe der Zölibat obligatorisch, so Kern. Aber für Pfarrer gebe es viele Modelle. Kern verweist etwa auf die Ostkirchen, die verheiratete Priester kennen. „Von jeder Tradition das Beste“ zu übernehmen, könne den Mangel lindern, „wenn erst einmal die Pensionäre, die uns heute noch aushelfen, nicht mehr da sind“. Doch klar sei auch: Die „jahrhundertealte Tradition“ könne man nicht von heute auf morgen ändern.

Am Zölibat allein lasse sich das Problem des Priestermangels nicht festmachen, gibt ein Münchner Pfarrer zu bedenken. „Da spielen auch die säkulare Gesellschaft, das Image und andere Aspekte dieses Berufs mit.“ Eher sei eine „innerkirchliche Entlastung“ zu erwarten, wenn Pfarrer von der Auflage des Zölibats befreit würden.

„Das ist eine Angelegenheit, die der Heilige Vater entscheidet“, sagt Bernhard Kellner, Sprecher des Erzbistums München und Freising. Zur Entlastung der Priester gebe es aber im Erzbistum viele Überlegungen und Konzepte. So sollen Verwaltungsleiter eingesetzt werden, damit die Priester mehr Zeit für die Seelsorge haben. Die personelle Lage im Erzbistum München und Freising könne man nicht mit einer Amazonas-Diözese vergleichen, wo auf 284 000 Katholiken 28 Priester kommen. Im Münchner Erzbistum mit seinen 1,8 Millionen Katholiken gibt es 963 Priester. Davon sind 640 Diözesanpriester, 192 Ordenspriester, 131 kommen aus anderen Bistümern oder aus Diözesen anderer Länder. 313 der Diözesanpriester leben im Ruhestand, fünf sind beurlaubt (etwa fürs Studium). 170 der Ruhestandsgeistlichen haben eine feste nebenamtliche Tätigkeit, meistens zur Mithilfe in der Pfarrseelsorge. Zudem gibt es im Erzbistum 275 Ständige Diakone. 318 Pastoralreferenten sind in Gemeinden oder anderen Seelsorgsbereichen im Einsatz. 258 Frauen und Männer arbeiten als Gemeindereferenten in der Seelsorge.

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