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Çetin Oraner ist Stadtrat der Partei Die Linke.

Bei Demo gegen "Islamischen Staat"

Polizist prügelt sich mit Münchner Stadtrat

  • vonPatrick Wehner
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München - Ein Münchner Stadtrat und ein Polizeibeamter haben sich geprügelt - am Rande einer Demonstration am Stachus gegen den "Islamischen Staat". Doch wer hat Schuld?

Nach Darstellung des Veranstalters ist dem Linken-Stadtrat Çetin Oraner von einem Beamten des Unterstützungskommandos (USK) der Polizei, das bei Demonstrationen zum Einsatz kommt, erst mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden, kurz darauf mit der flachen Hand gegen den Brustkorb. Andere Demo-Teilnehmer hätten Oraner zu einem Arzt bringen wollen, als weitere USK-Beamte den Stadtrat festnahmen.

Das Polizeipräsidium München bestätigte gestern auf Anfrage lediglich, dass es eine körperliche Auseinandersetzung zwischen dem USK-Beamten und Oraner gegeben habe. Jedoch schildert die Polizei den Ablauf anders. Den Beamten zufolge hatte Oraner versucht, den Veranstalter der Demo vor einer Festnahme zu bewahren und soll in diesem Zusammenhang dem Beamten zwischen die Beine getreten haben. Zudem soll Oraner diesen Beamten als „Scheißtürken“ bezeichnet haben. Das Landeskriminalamt hat Ermittlungen gegen den Beamten aufgenommen. Çetin Oraner war bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Polizei bezeichnet die Atmosphäre auf der Demo als „aufgeheizt“. Offiziell angemeldet sei eine Demo gegen die Gräuel des Islamischen Staats (IS) in Syrien gewesen. Bei der Demonstration am Stachus, an der laut Polizei rund 150 Menschen teilnahmen, habe sich dann aber gezeigt, dass die Plakate und Fahnen, sowie auch die Redebeiträge überwiegend auf das Thema PKK ausgerichtet gewesen seien. Insgesamt seien sechs Anzeigen gestellt worden, unter anderem wegen Zeigens der verbotenen Öcalan-Flagge und wegen des Skandierens verbotener Parolen, die im Zusammenhang mit der PKK standen.

Die PKK wird unter anderem von der EU als terroristische Vereinigung eingestuft. In den vergangenen Wochen geriet die Organisation in die Schlagzeilen, weil sie an der türkisch-syrischen Grenze gegen die islamistischen Extremisten kämpft.

Patrick Wehner

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